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CDU und Grüne legen Leitsätze Kommunaler Klimaschutz in Saarlouis vor

Überall heißt auch in Saarlouis : Mehr Bäume, mehr Wasser zum Schutz

CDU und Grüne in Saarlouis legen erste Leitsätze zum kommunalen Klimaschutz vor Ort vor.

Wie im Gleichschritt marschieren derzeit zwei Schwergewichte in die kommunale politische Debatte: Digitalisierung und Klimaschutz. Beides wird als Herausforderung aufgefasst, beides geht einher mit der selben Vorhersage: Das wird unser aller Leben verändern wie noch nichts zuvor. Das werde überall geschehen und deswegen auch am eigenen Ort, es verlange politische Maßnahmen.

In Saarlouis hat der Stadtrat gerade seinen wichtigsten Ausschuss um „Digitalisierung“ als Aufgabe erweitert, zuvor schon den Verkehrsauschuss um die Bereiche Nachhaltigkeit und Ökologie. Diese zentrale Zuständigkeit für die „Querschnittsaufgaben“ müsse sich bald auch in der Stadtverwaltung abbilden, forderten Tim Flasche (CDU) und Hakan Gündüz (SPD).

Jetzt legt die Ratsmehrheit aus CDU und Grünen ein Papier „Kommunaler Klimaschutz“ vor, das im Rahmen der Koalitionsvereinbarung entstand. Es soll, so sagen Raphael Schäfer (CDU) und Gabriel Mahren (Grüne) ein „Leitfaden“ sein. Kein fertiges Konzept, denn eine „Blaupause gibt es nicht“. Also Versuch und Irrtum.

Grob führt das Papier drei kommunale Aufgaben an: Lokale Maßnahmen, mit denen Kohlendioxid eingespart wird; Naturschutz im weiteren Sinne mit Bezug zum Klimaschutz, Schutz der Bürger, aber auch der Natur vor den Auswirkungen des Klimawandels.

Kohlendioxid, so CDU und Grüne, lasse sich vor allem durch die Art des Bauens sparen: Das reicht von der Beachtung ökologischer Kriterien beim städtischen Bauen über die Vermeidung dunkler Materialien für Flächen bis zum Grundsatz, wonach Kaltluftentstehungsschneisen nicht bebaut werden sollen. Da geht es zunächst um den Lisdorfer Berg, für den derzeit Gutachten in Arbeit sind.

Naturschutzmaßnahmen nehmen in den Leitsätzen mehr Raum ein. Es soll weitergehen mit der Renaturierung von Bächen, Ackerrandstreifen sollen gefördert, das Konzept der Biotopvernetzung fortgesetzt werden. Alleen sollen geschützt und, wo möglich, nach historischem Saarlouiser Vorbild angelegt werden. Die Waldfläche von Saarlouis soll, wo möglich, vergrößert, der Baumbestand im Stadtgarten geschützt werden.

Während die Leitsätze in diesen Bereichen zusammenführen, was an anderen Stellen in Arbeit ist, erscheint der dritte Bereich neu: Maßnahmen zu Schutz vor den Folgen des Klimawandels. Vorgabe: Weil weitere sehr heiße Sommer zu erwarten seien, müsse die „Aufenthaltsqualität im gesamten öffentlichen Raum“ (also: drinnen wie draußen) verbessert werden.

So soll die Stadtverwaltung zunächst prüfen, ob und wo „1000 Bäume für Saarlouis“ neu gesetzt werden können. Dabei gehe es um die passende Auswahl. „Die Zeit von ein paar Zierbäumchen ist rum“, unterstrich Mahren. Erstmals haben CDU und Grüne mit dieser Leitlinie jüngst argumentiert, als sie Vorschläge der Stadtverwaltung zur Bepflanzung der Fläche vor dem Theater ablehnten. Die Pläne leisteten keinen Beitrag zur Milderung der Folgen des Klimawandels, hieß es.

Weiter soll ein Brunnenkonzept erarbeitet werden: Trinkwasserbrunnen mit Sitzgelegenheiten im Schatten. Der Saaraltarm soll mit weiteren Wasserfontainen ausgestattet werden.

Diese Maßnahmen, mit denen sich die Stadt vortasten soll, werden dokumentiert und kontrolliert, um nachfolgenden Kommunalpolitikern Anhaltspunkte zu geben. Wichtig ist den Autoren der Leitsätze auch, dass die Stadt Bürgerinnen und Bürger aktiv zur Mitgestaltung motiviert.

Die Klima-Leitsätze wollen CDU und Grüne im nächsten Ausschuss für Nachhaltigkeit, Ökologie und Verkehr als Antrag einbringen.