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Zuerst Fenster sichern, dann die Türen

Zuerst Fenster sichern, dann die Türen

Bous. "Eigentlich wäre ich erst ans Badezimmerfenster gegangen und hätte nachgesehen, wer das vor der Tür ist. Dann hätte ich mir den Ausweis zeigen lassen." So stellt Seniorensicherheitsberaterin Gabriele Specht eine Möglichkeit dar, sich gegen Eindringlinge zu schützen

Bous. "Eigentlich wäre ich erst ans Badezimmerfenster gegangen und hätte nachgesehen, wer das vor der Tür ist. Dann hätte ich mir den Ausweis zeigen lassen." So stellt Seniorensicherheitsberaterin Gabriele Specht eine Möglichkeit dar, sich gegen Eindringlinge zu schützen. Dass wir uns trotz vergessenem Ausweis am Dienstagnachmittag gegenübersitzen, ist nur deshalb der Fall, weil der Termin telefonisch abgesprochen war und sie mich vom Vortrag "Sicherheit in Bous" her kennt.

Zutrauen zu groß

"Das Vertrauen der älteren Menschen ist so groß", spricht Specht ein wesentliches Problem an. Da werde wildfremden die Tür aufgemacht, und Hilfsbereitschaft stehe oftmals weit vor dem Schutz der eigenen Sicherheit. So etwas nutzten zwielichtige Gestalten rücksichtslos aus, mit klaren Maschen. Bei ethnischen Minderheiten sei verbreitet, einen Not- oder Hilfefall vorzutäuschen. Das lenke die Senioren auf der emotionalen Ebene ab, während Helfer die Wohnung plünderten. Deutsche Gauner appellierten ans Obrigkeitsdenken und träten als Beamte oder Beschäftigte von Telefonfirma, Post oder Gemeinde auf.

Nicht alles im Griff

Vertrauensselig sollte man nicht sein, rät Gabriele Specht. Auch nicht als älterer Mann. "Die überschätzen sich oft und denken, sie hätten in der eigenen Wohnung alles im Griff." Doch gegen das Repertoire ausgebuffter Ganoven zögen sie den Kürzeren. Und dann fehlten anschließend Scheckkarte, Bargeld und Wertgegenstände.

Seniorensicherheitsberaterin wurde Gabriele Specht vor etwa acht Jahren. Über Zeitung und Fernsehen wurden Ehrenamtliche gesucht für eine entsprechende Ausbildung. "Das war einfach spannend", schwärmt sie über Einblicke in die Arbeit von Polizei und LKA.

Als Seniorensicherheitsberaterin für Bous arbeitet sie mit Fritz Klaes zusammen. Beide sehen sich als "Mittler zwischen Bürger und Polizei" und sind eng mit der Polizeiinspektion Bous in Kontakt. "Wir erfahren so, was gerade an Kriminalität läuft." Und weil sie den Behördendschungel kennen, können sie zügig Hilfe und Rat leisten.

Sicherer leben

Das Sicherheitsgefühl der älteren Menschen sei nicht gut, obwohl nur sechs Prozent der über 65-Jährigen Opfer würden. Specht und Klaes möchten erreichen, dass auch diese sechs Prozent sicherer leben können. Senioren können sich mit Fragen zur Sicherheit bei Gabriele Specht melden unter der Telefonnummer Telefon (0 68 34) 33 13 oder bei Fritz Klaes unter Telefon (0 68 06) 4 45 39.

Über "Mehr Sicherheit für Senioren" informieren die Sicherheitsberater am Montag, 19. April, um 15 Uhr im Restaurant des Einkaufscenter Bous bei einer Veranstaltung der Katholischen Erwachsenenbildung, KEB.

Die Seniorensicherheitsberaterin Gabriele Specht rät am Montag im Einkaufscenter Bous. Foto: Bodwing