Kultur Westernstimmung im Sommerlager

Bous · Western-Country-Club Bous entführte die Besucher in den Wilden Westen.

 Malerisch das Lager der Trapper auf dem Westernfest in Bous.

Malerisch das Lager der Trapper auf dem Westernfest in Bous.

Foto: Robert Claus

Es wurde nicht gekämpft, geschossen oder Gebiete erobert: Nein, im historischen Sommerlager des Western-Country-Club Bous ging es ganz friedlich zu. Die Zeit Nord- gegen Südstaaten oder die Indianerkämpfe sind Historie. Die Westernfreunde im friedlichen Bous entführten Besucher in die Zeit des Wilden Westens um 1850.

Im zentralen Mittelpunkt des Lagers hatten die verkörperten Indianer ihre Tipis aufgebaut – umsäumt von den Zelten der Trapper, Unions- und Soldaten der Konföderation. Sie waren deutlich erkennbar an den blauen und grauen Uniformen.

Relikte erinnern an alte Zeiten

Sehenswert waren die Zeltausstattungen mit Relikten aus der damaligen Zeit, wie Töpfe, Laternen, Kisten oder Essbesteck. Natürlich wurden auch die Waffen der damaligen Zeit präsentiert. Die Winchester war noch nicht erfunden und die Vorderlader mit ihren glänzenden Schäften wurden in gepolsterten Kisten sorgfältig aufbewahrt. Daneben Pistolen, Säbel, Degen und jede Art von Messern. Allgegenwärtig waren die diversen Feuerstellen, wo in gußeisernen Pfannen und Töpfen das Essen zubereitet wurde.

Geschneiderte Kostüme waren der Hingucker

Sehenswert waren die verschiedenen Kostüme, die der vergangenen Zeit stilgetreu nachgeschneidert wurden. Indianer mit ihren Frauen waren die optischen Hingucker in diesem farbenfrohen Lager. Während die Trapper und Waldläufer eher im einheitlichen Beige gekleidet waren, zeigten die Indianer ein malerisches, farbenfrohes Outfit. Auffällig waren der prächtige Federschmuck, Perlenketten oder auch Gürtel, die mit Perlmutt oder kleinen Glöckchen verziert waren.

Realistischer Eindruck im feierlichen Stil

„Wir möchten unseren Gästen einen realistischen Einblick in das Leben der damaligen rauen Zeit geben. Viele Europäer sind in die neue Welt ausgewandert und haben die USA bis heute geprägt. Im Gegensatz zu früher, steht in unseren Lager die Gemeinsamkeit im Vordergrund. Wir helfen uns, feiern und genießen das Eintauchen in die Vergangenheit“, erzählt der Vorsitzende des Bouser Clubs, Ralf Cousin.

Das 14-tägige Sommerlager auf dem idyllischen Gelände der Hundefreunde Bous bevölkerten über 120 junge und ältere Westernfreunde aus allen Regionen Deutschlands. Sie informierten am Tag des offenen Lagers, die interessierten Gäste über die geschichtlichen Hintergründe. Sie zeigten die Einrichtungen ihrer Zelte oder Tipis und ließen sie an ihren Gewohnheiten teilhaben.

Im Sommerlager entkommen Teilnehmer dem Alltagsstress

„Ich zeige das Leben der Waldläufer, die an den großen Seen im Norden der USA lebten“, sagte Jürgen Halm, der aus Sonsbeck nach Bous gekommen war. Er flüchtet seit 30 Jahren aus dem Alltagsstress in die Westernsommerlager. Die Apachen Jürgen und Kai Schalmann, aus Pirmasens, saßen friedlich vor ihrem Zelt und erzählten den neugierigen Kindern von dem Leben ihrer „Vorfahren“.

Ein besonderes Erlebnis für die jüngsten Besucher war sicherlich das Schießen mit Pfeil und Bogen, die Schwarzpulver-Vorführungen mit den alten Schusswaffen oder das Hufeisenwerfen. Höhepunkt der Vorführungen war die eindrucksvolle Trommelshow mit Gesängen und Tanz im Indianerlager.

Musikalisch abgerundet wurde die Programmfolge mit Country-Musik von Lotti und Jake, die mit Western- und Country Cowboys, Trapper und natürlich das Publikum zum Linedance aufforderten.