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Völklinger fordern mehr Abstand

Völklingen. Die Nachbargemeinde Bous will mit einem Sondergebiet für Windräder bis zu 650 Meter an Wohngebiete wie Röchlinghöhe und Kreuzberg heranrücken. Die Völklinger bestehen auf 800 Meter Mindestabstand. Bernhard Geber

Die Gemeinde Bous ist dabei, ihren Flächennutzungsplan zu ändern. Dabei ist auch ein rund 76 Hektar großes Sondergebiet für Windenergie-Anlagen auf bisherigen Feld- und Ackerflächen oberhalb des Petershofes in Richtung Völklingen vorgesehen. Dieses würde nach bisheriger Planung bis zu 650 Meter an Völklinger Wohnlagen auf der Röchlinghöhe und am Kreuzberg heranreichen. Dagegen will die Stadt Völklingen , die als Nachbar im Verfahren zu hören ist, nun Einspruch einlegen.

Der Stadtratsratsausschuss für Stadtentwicklung und der Ortsrat beschlossen nun einstimmig (bei zwei Enthaltungen), dass Völklingen dem Bouser Flächennutzungsplan nur zustimmt, wen ein größerer Abstand eingehalten wird - und zwar statt 650 Meter mindestens 800 Meter. Dies ist die Schutzgrenze, wie sie im gesamten Regionalverband Saarbrücken gilt. Bous liegt allerdings im Nachbarkreis Saarlouis. Und "ob die Gemeinde Bous darauf eingeht, ist eine andere Sache", vermerkte SPD-Ratsmitglied Wolfried Willeke. Bei einem Abstand von 800 Metern seien jedenfalls Schattenwurf und sonstige Beeinträchtigungen nicht zu befürchten, so der SPD-Politiker.

Ludwin Scherer von der Stadtplanung im Rathaus hatte zuvor erläutert, dass moderne Windräder durchaus Höhen von 150 bis 160 Meter erreichten. Mit der Festsetzung der 800-Meter-Grenze im Regionalverband entfiele auch ein einst vorgesehenes Windenergie-Gebiet am so genannten Rattenschwanz. In Völklingen blieben nur noch Flächen am Hunerscharberg übrig.

Sehr positiv nahmen die Völklinger Politiker die Bouser Absicht auf, im neuen Flächennutzungsplan auf Wohnbau-Reserveflächen von fast 20 Hektar Umfang zu verzichten. Sie reichten bis an die Röchlinghöhe heran. Dies stand im Zusammenhang mit dem so genannten Petershof-Projekt. Zur Amtszeit von Ministerpräsident Oskar Lafontaine (SPD ) war hier ein Neubaugebiet für an die 1000 Einwohner geplant.