1. Saarland
  2. Saarlouis
  3. Bous

Turnhallen-Neubau ist beschlossenExperten schätzen die Kosten auf 1,86 Millionen Euro

Turnhallen-Neubau ist beschlossenExperten schätzen die Kosten auf 1,86 Millionen Euro

Bous. Das Thema solle man "nicht in einen Wettstreit der Argumente oder Redekunst ausarten lassen", mahnte Bürgermeister Stefan Louis am Donnerstag die Fraktionen des Bouser Gemeinderates. Da hatte der Neubau der Turnhalle Mühlenscheib wieder mal eine Flut an Redebeiträgen provoziert. Das meiste davon war bereits in Ratssitzungen im September und Dezember 2010 gesagt worden

Bous. Das Thema solle man "nicht in einen Wettstreit der Argumente oder Redekunst ausarten lassen", mahnte Bürgermeister Stefan Louis am Donnerstag die Fraktionen des Bouser Gemeinderates. Da hatte der Neubau der Turnhalle Mühlenscheib wieder mal eine Flut an Redebeiträgen provoziert. Das meiste davon war bereits in Ratssitzungen im September und Dezember 2010 gesagt worden. Dazu gehörte auch die Obergrenze von zwei Millionen Euro. Denn höhere Gesamtkosten stellten eine hälftige Förderung durch das Land infrage, merkte Bürgermeister Louis an.FWG-Chef Georg Hähl betonte wieder, das Geld für einen Gymnastik-Raum sei nicht da, er sehe auch nicht den Bedarf. "Sparen, sparen, sparen", lautete seine Devise. "Es gibt genügend Hallen", sagte Linke-Vorsitzender Ralf Coassin, wie Petri-Hof und Südwest-Halle. Von "Palast" sprach Bernd Lenzing, SPD, bezüglich Turnhalle mit Gymnastikraum. "Wir haben jede Menge Geld für andere Dinge auszugeben." "Die Belange der Vereine wurden nie richtig abgefragt", kritisierte immer wieder Grünen-Chef Christoph Küntzer. Bürgermeister Louis verwies auf Bedarfsplan, Prognosen und Gespräche mit Vereinen, Grundschule und Kinderhaus.

Viele Wiederholungen, doch mit dem Ausloten sämtlicher Alternativen und Möglichkeiten tat sich vor allem die Ratsmehrheit aus SPD, Linke und FWG schwer. Selbst als SPD-Mitglied Armin Rehlinger vorschlug, verbindliche Kostenangaben für den Gymnastik-Raum über ein Generalunternehmen zu ermitteln. "Wenn wir Glück haben, kostet der Gymnastik-Raum so viel, dass er zu machen wäre", anderenfalls ginge es halt nicht.

"Der Kompromissvorschlag ist da", motivierte Walter Rupp, CDU. Dann seien zwei komplette Planungen notwendig, merkte Architekt Fery an, mit und ohne Gymnastik-Raum, was zu entsprechenden Kosten führe.

Dem hielt Anton Fery, CDU, einen kombinierten Plan entgegen mit Gymnastikraum in der Lücke zur Umkleide des ehemaligen Hallenbades. Werde es zu teuer, könne der Plan ohne den Raum umgesetzt werden. Nach Sitzungsunterbrechung gegen 20.30 Uhr wurde ein FWG-Antrag auf Ende der Debatte mehrheitlich angenommen. Kurz darauf scheiterte der Kompromissvorschlag der CDU an der Mehrheit von SPD, Linken und FWG. Fast drei Stunden nach Sitzungsbeginn erläuterte Architekt Fery die überarbeitete Planung für den Neubau. Die wurde von SPD, Linke, FWG und FDP angenommen. Mit Nein stimmte ein Teil der CDU, je zwei Enthaltungen fielen auf die Grünen und CDU-Mitglieder. Bous. Der Neubau der Turnhalle Mühlenscheib wurde am Donnerstagabend im Bouser Gemeinderat mit Stimmenmehrheit von SPD, Linke, FWG und FDP beschlossen. Dabei handelt es sich in der Variante 4 um eine nochmals überarbeitete Version, wie die Architekten Wolfgang Fery und Markus Hollenbach im Petri-Hof erklärten.

Größe bleibt gleich

Als Schulturnhalle konzipiert, unterliegt die Ausführung den Bestimmungen der DIN 18032. Sie sei der jetzigen Halle "quadratmetermäßig im Prinzip gleich", sagte Fery. Die Bruttofläche mit Technik und Umkleide beträgt 800 Quadratmeter, bei nutzbarer Hallenfläche von 462 Quadratmetern.

Enthalten sind unter anderen ein Lehrerraum, getrennte Räume für Elektrizität sowie Gas und Wasser, Geräteraum und Umkleideräume. Die Lüftung soll so erfolgen, dass die Halle bedarfsgerecht geheizt werden kann. Eine Bauausführung in Stahlbeton-Fertigteilstützen und Holz-Leimbindern spare etwa 85 000 Euro.

Abriss kostet 54 000 Euro

Die Gesamtkosten werden auf rund 1,86 Millionen Euro geschätzt. Darin enthalten ist der Abbruch der jetzigen Halle mit 54 000 Euro. Nach Gesprächen mit dem Innenministerium erwartet die Gemeinde Bous Fördermittel in Höhe von etwa 50 Prozent der gesamten Kosten. Die Aufträge an Fachingenieure zur genaueren Kostenermittlung wurden einstimmig vom Rat beschlossen. az