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Schulstandort Bous in Gefahr

Schulstandort Bous in Gefahr

Zwischen 16 und 159: Die Anmeldezahlen an den weiterführenden Schulen im Kreis unterscheiden sich zum Teil stark. So stark, dass sich bei manchen Schulen die Frage stellt, wie lange es sie noch geben wird.

16 Schüler sind wenig für eine Klasse. Zu wenig erts recht für eine ganze Klassenstufe. Mehr Anmeldungen hat die Gemeinschaftsschule (GemS) Bous /Ensdorf aber nicht für das Schuljahr 2014/15. Und es stellt sich die Frage: Kann eine Schule so weitermachen?

Auch wenn die endgültigen Schülerzahlen erst nach den Ferien feststehen, weil es immer noch leichte Verschiebungen oder Nachzügler gibt, steht fest: Insbesondere die 13 Gemeinschaftsschulen im Kreis haben einen sehr unterschiedlichen Zulauf. Bous und Saarlouis I sind mit 16 und 28 Anmeldungen schwach nachgefragt, während Schwalbach mit 113 Anmeldungen weit vorne liegt, gefolgt von Dillingen und Überherrn mit 84 und 80.

"Natürlich werden wir über den Standort Bous /Ensdorf reden müssen, die Zahlen sind zu schlecht", räumt Landrat Patrik Lauer ein. "Aber: Das bedeutet nicht, dass wir die Schule schließen." Der Landrat betont: "Es gibt vielleicht dann keinen eigenständigen Standort mehr. Das muss aber nicht heißen, dass es in Bous keine Schule mehr gibt."

Priorität ist bislang, in jeder Stadt und Gemeinde Schülern zumindest den mittleren Bildungsabschluss zu ermöglichen. Über Standorte entscheiden muss letzten Endes der Kreistag. Einen Schulentwicklungsplan gibt es seit 2013 im Landkreis, einsehbar auf dessen Internetseite: ein umfangreiches Zahlenwerk zu den Schulen des Kreises, mit Zielvorstellungen, Prognosen und den gesetzlichen Grundlagen. Auf Basis der neuen Zahlen wird der Arbeitskreis Schulentwicklungsplanung beraten.

"Wir sind ein bisschen enttäuscht, denn wir haben gerade in Bous sehr viel getan, um das Profil der Schule zu stärken", erklärt Lauer. So hat der Kreis gegenüber dem Bildungsministerium durchgesetzt, parallel Englisch und Französisch als Eingangssprache anbieten zu dürfen. Über 500 000 Euro habe der Kreis zudem in die bauliche Ausstattung investiert, sagt Lauer. "Aber hier hat eine Abstimmung mit den Füßen stattgefunden, die ich persönlich nicht nachvollziehen kann."

Eltern und Schüler haben freie Schulwahl. Neben der Wohnortnähe ist oft auch das Schulprofil wichtig. Faktoren wie Räumlichkeiten, Sprachprofil, Außenwahrnehmung spielen eine Rolle. Und auch die Frage: Wohin gehen die Freunde? Auch bei der Schulwahl gibt es Trends, weiß der Landrat: "Manche Schulen haben, zu Recht oder zu Unrecht, ein bestimmtes Image."

In Bous wird es zum neuen Schuljahr definitiv nur eine kleine Fünferklasse geben. "Und die Eltern wissen das", sagt Lauer. Sie haben ihre Kinder trotzdem angemeldet.

In Saarlouis I (In den Fliesen) sieht es "etwas besser" aus, meint der Landrat. "Wir warten hier noch auf genau ein Kind, dann könnten wir zwei kleine Klassen bilden statt einer großen Klasse." Der Teiler liegt bei genau 29 Kindern, 28 Anmeldungen liegen vor. In Saarlouis stelle sich die Frage nach der Zukunft der Schule deshalb noch nicht.

Eine Zahl spricht eindeutig für die Schulen des Landkreises Saarlouis : So werden im kommenden Schuljahr 170 Schüler aus den Nachbarkreisen hier eingeschult; gleichzeitig wandern nur 123 Schüler in andere Landkreise ab.