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Gemeinderat
Rückzug der Polizei bereitet den Einwohnern Sorgen

Bous. Große Sorgen um den „Rückzug der Polizei aus der Fläche“ bekundete Bürgermeister Stefan Louis in der letzten Ratssitzung des Jahres 2017. Dazu lag auf Antrag der SPD eine Resolution vor, welche die Fraktionen einstimmig verabschiedeten. „Es scheint sich abzuzeichnen“, sagte Louis, „dass es Pläne gibt, die Polizeiinspektionen, wie Bous, abzustufen zu einer Wache“. Von Johannes Bodwing

Die SPD-Vorsitzende Jutta Fellinger schätzte die aktuelle Situation so ein, „dass die Sicherheit der Menschen in Bous nicht mehr so gewährleistet ist wie in den vergangenen Jahren“. Schon jetzt ist die Polizeiinspektion im Ort von 22 bis 6 Uhr morgens nicht besetzt. „Wenn dann in Bous etwas passiert, muss Polizei aus anderen Bereichen kommen.“



„Auch wir hätten es gerne, Polizei mal in Bous zu sehen“, stimmte Grünen-Chef Christoph Küntzer zu. „Es reicht nicht nur morgens beim Bäcker.“ Dabei gehe es auch um die Qualität des Standortes Bous. Aber diese Entwicklung sei absehbar gewesen. „Aus meiner Sicht ist das ein schleichendes Sterben.“

Die Bürger fühlten sich nicht mehr so recht geschützt durch die Polizei, meinte der Linke-Vorsitzende Günter Michel. „Es geht um Geld, das nicht eingesetzt wird, wo die Bürger ihre Steuern zahlen müssen. Und um einen Staat, der nicht mehr nach den Wählern schaut.“

Mit der einstimmig verabschiedeten Resolution fordert der Rat, „die Polizeipräsenz in Bous weiter möglichst hoch zu halten“. Denn die „Polizei muss agieren und nicht nur reagieren können“. Um möglichen Plänen des saarländischen Innenministeriums vorzugreifen, fordert der Gemeinderat Bous „den dauerhaften Erhalt der Polizei als eigenständige Inspektion vor Ort“. Nicht nur solle der Personalabbau gestoppt werden, er solle „wieder für den Betrieb einer 24-Stunden-Besetzung aufgebaut werden“. Eine Herabstufung der Polizei-Inspektion Bous zu einem Revier oder einer Wache ohne Eigenständigkeit „wird entschieden abgelehnt“.