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Ortsentwicklung
„Nicht noch ein paar Jahre warten mit Bous“

 Die Saarbrücker Straße in Bous wird vom Verkehr dominiert.
Die Saarbrücker Straße in Bous wird vom Verkehr dominiert. FOTO: Johannes A. Bodwing
Bous. Stadtplaner Hugo Kern legt Vorschläge für die Zukunft von Bous - Nur 50 Bürger interessierten sich dafür.

Die Zukunft von Bous und seinen Bewohnern war Thema im Petri-Hof. Aber nur rund 50 Personen nahmen sich die Zeit, um sich über Verbesserungen ihres Lebensumfeldes zu informieren und über die Verwendung ihrer Steuergelder.


„Das ist die letzte Chance für Bous. Wenn wir noch ein paar Jahre warten ...“, mahnte Hugo Kern vom Büro Kernplan am Mittwochabend. Um ein Gebiet von 210 000 Quadratmetern geht es, stellte er dar, das von den Planungsvorschlägen betroffen ist.

An die 30 Jahre schätzte Kern für die komplette Umsetzung aller Maßnahmen. Im Zentrum ist das ein Bereich zwischen Kirchstraße und Ölweg sowie vom Bahndamm zur Friedrich-Ebert-Straße. Weitere 42 000 Quadratmeter umfasst das Gelände des ehemaligen Kloster Heiligenborn. Dies will die Gemeinde lediglich im Blick behalten, falls sich eine ungünstige Entwicklung für Bous abzeichnen sollte, was beim jetzigen Besitzer jedoch nicht erwartet wird.



Der vorgestellte Masterplan enthalte erst einmal grobe Vorschläge, erläuterte Kern. Dieser Plan sei aber wichtig für Fördermittel von Bund und Land. Dann müsse die Gemeinde letztlich nur noch etwa ein Drittel der jeweiligen Kosten aufbringen, in günstigen Fällen deutlich weniger. Dringender Handlungsbedarf besteht laut Hugo Kern in der Saarbrücker Straße und ihrem Umfeld. Als „großen ungeordneten Platz“ bezeichnete er die graue Asphaltfläche zwischen Gemeinschaftsschule und Rathaus. An der Zufahrt zu diesem Marktplatz von Bous stehen Container für Papier und Glas, optisch dominieren geparkte Autos. Auf dem Marktplatz könnten vier Häuser für junge Familien entstehen, schlug Kern vor. Den angrenzenden grünen Hinterhof des Rathauses solle man öffnen. Im Herzen von Bous bestimmen Autos, Lärm und Abgase das Leben. Etwa 16 000 Fahrzeuge rollen tagsüber durch die Saarbrücker Straße. „Es sind ja kaum noch Menschen da“, kritisierte ein zugezogener Einwohner. Mit Fördermitteln könnten hier Hausbesitzer ihre Immobilien aufwerten, stellte Kern dar. Die Sanierung der Bürgersteige schlug er ebenso vor wie die von Flächen vor den Gebäuden.

Am Ortseingang an der Ecke Saarbrücker Straße - Saarstraße brauche es größere Gestaltungsmaßnahmen, vielleicht sogar den Abriss von Häusern mit anschließender Neugestaltung der Flächen.

Große Veränderungen sah Kernplan für den Bereich des Bahnhofs vor und bis zum nordwestlich gelegenen Bauhof. Unter dem Stichwort „Projekt Gewerbehöfe“ möchte Kern hier das ansässige Handwerk und Gewerbe neu ordnen. Ansehnlicher und lebenswerter könnte es werden, mit klar strukturierten Hallen und Zufahrtswegen. Dazu gehört auch ein „Gründerpark“ für Firmen zwischen Bauhof und Bahndamm. Für den Bahnhofsbereich forderte Kern dringend eine ansprechende Nutzung. Dazu wird in den folgenden Wochen eine Aktion starten, um Investoren zu finden.

Der Bouser Rat wird über den Masterplan entscheiden, um ihn zur Genehmigung einzureichen. Im weiteren Verlauf wird auch mit Beteiligung der Einwohner die Zukunftsgestaltung des Zentrums schrittweise angegangen.

 Zugang zum Bouser Marktplatz
Zugang zum Bouser Marktplatz FOTO: Johannes A. Bodwing
 Der Bouser Bahnhof braucht dringend eine Frischzellenkur.
Der Bouser Bahnhof braucht dringend eine Frischzellenkur. FOTO: Johannes A. Bodwing
  Hugo Kern vom Büro Kernplan im Petri-Hof.
 Hugo Kern vom Büro Kernplan im Petri-Hof. FOTO: Johannes A. Bodwing
(az)