Neue Technologien mit Weitsicht nutzen

Neue Technologien mit Weitsicht nutzen

Kopfzerbrechen bereitet vielen Hausbesitzern der Weg zu günstiger Energie. Welche Möglichkeiten innovative Solarsysteme bieten, darüber informierte der Bouser Energietag am Montag.

Vielleicht ist es ja nur ein Denkfehler, dass Solaranlagen sich nicht mehr lohnen. "Fotovoltaik rechnet sich heute besser als mit 50 Cent Einspeisevergütung", sagte Markus Jolly am Montagabend. Dafür müsse man die erzeugte Energie jedoch vor allem selbst nutzen. Jolly, Geschäftsführer der Solarfirma evera energy, war einer von drei Referenten beim Bouser Energietag im Petri-Hof. Nur eine Handvoll Zuhörer kam zu der Veranstaltung des Energie-Effizienz Netzwerkes des Landkreises Saarlouis in Kooperation mit Verbraucherzentrale, der ESE Energieberatung, EVERA GmbH und Gemeinde Bous . An Ständen informierten zwei Firmen über LED-Leuchten sowie Heizungstechnik. Erneuerbare Energie helfe nicht nur der Umwelt, verdeutlichten die Referenten. Wer clever rechne und die Zuschüsse nutze, der senke auch erheblich die Energiekosten. 78 Prozent des Energieverbrauchs im Haus entfallen auf die Heizung. Dafür werden vorwiegend Öl und Gas genutzt. Nur drei Prozent seien erneuerbare Energien.

Ingenieurin Christine Mörgen von der Verbraucherzentrale verwies unter anderen auf die richtige Dimensionierung der Heizungsanlage. Eine Solaranlage für Warmwasser in einem Einfamilienhaus mit vier Personen koste etwa 6600 Euro. 11 500 Euro seien es bei einer Anlage zur Unterstützung der Heizung. Was an Zuschüssen machbar sei, darüber könne die Verbraucherzentrale individuell beraten.

Drei Raummeter Holz und etwa 100 Liter Öl reichten aus im so genannten Sonnenhaus, sagte Patrick Müller, Sachverständiger des Handwerks. "Im Jahr! Ich lebe selbst seit fünf Jahren in einem solchen Haus." Kern dieses energiesparenden System ist ein Wassertank. Je nach Leistung können das bis zu 10 000 Liter sein. "Dieser Tank dient als Pufferspeicher für kältere Tage." Eine Wärmepumpe auf dem Dach stellte Markus Jolly dar. Dabei werden spezielle Kollektoren unter vorhandene Solarmodule gesteckt. "Damit kombinieren wir Solarstrom und Solarwärme. Man muss nicht mehr bohren und Erdkollektoren installieren."

Die drei Referenten informieren auch beim Energietag in Schmelz am Donnerstag, 15. September, 18 Uhr, im Alten Zollhaus (Marktstraße 24).

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