1. Saarland
  2. Saarlouis
  3. Bous

Mutter und Sohn Altenpfleger bei der cts in Bous und in Püttlingen

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm : Das Helfen liegt hier in der Familie

Mutter und Sohn arbeiten beide als Altenpfleger. Die ganze Familie Günal hat soziale Gene.

„Wie die Mutter, so der Sohn.“ Diese Redewendung trifft bei Gülay Günal und ihrem Sohn Yusuf vor allem bei der Berufswahl zu. Beide arbeiten als Altenpfleger in Häusern der Caritas Trägergesellschaft Saarbrücken (cts): die Mutter in Bous, der Sohn in Püttlingen. Und das verwundert auch nicht – Gesundheitsberufe haben bei Familie Günal Tradition.

„Mein Papa und mein Onkel waren Pflegekräfte in der Türkei, meine Cousine arbeitet als Kinderärztin in München“, erzählt Gülay Günal. Sie kam vor über 20 Jahren ins Saarland, hat geheiratet und zwei Söhne geboren. „Als die Kinder mit der Grundschule fertig waren, wollte ich mich dann um meine eigene Ausbildung kümmern“, sagt die heute 40-Jährige.

Als Kind hatte sie mehrere  Traumberufe: Polizistin, Lehrerin oder Pflegerin. „Ich habe mich immer um die Kinder in der Nachbarschaft gekümmert und geholfen, meine pflegebedürftige Oma zu versorgen. Ich liebe Menschen und ich helfe einfach gern.“

Und so hat Gülay Günal diese Leidenschaft letztendlich auch selbst zum Beruf gemacht. Zunächst machte sie eine Ausbildung als Krankenpflegehelferin am cts SchulZentrum St. Hildegard in Saarbrücken. Nach einigen Jahren bei einem ambulanten Pflegedienst und einer Umschulung zur Pflegefachkraft ist sie seit drei Jahren im Caritas SeniorenHaus in Bous beschäftigt.

Ihre sozialen Gene hat die leidenschaftliche Altenpflegerin offenbar auch an ihre beiden Söhne weiter gegeben. Der ältere hat an einem saarländischen Krankenhaus eine Ausbildung zur Pflegefachkraft gemacht und lebt inzwischen in der Schweiz. Und ihr jüngerer Sohn Yusuf hat schon mit elf Jahren in den Ferien seine Mama auf die Arbeit begleitet. Nach der Schule machte er erst die Ausbildung als Altenpflegehelfer, dann als Altenpfleger. Seit 2017 ist er examiniert und fühlt sich im Caritas SeniorenHaus St. Augustin in Püttlingen wohl.

Dass er einer von wenigen Männern in der Branche ist, stört Yusuf Günal überhaupt nicht: „In meinem Ausbildungskurs war ich sogar der einzige Mann. Ich habe es auch in anderen Bereichen probiert, habe zum Beispiel ein Praktikum in einer Auto-Werkstatt gemacht. Das war zwar ganz cool, aber helfen gibt mir so viel mehr. Wenn sich die Bewohner freuen, einen zu sehen und man ihnen ein Lächeln ins Gesicht zaubern kann, ist das ein ganz besonderes Gefühl, dass es nicht in vielen Berufen gibt.“

Auch seine Mutter Gülay Günal schätzt die Vielseitigkeit in dem Beruf. Empathie und Mitgefühl spielen zudem eine wichtige Rolle, betont sie: „Für schlechte Laune hat man keine Zeit. Wenn man aber doch mal einen schlechten Tag hat, kriegen die Bewohner das sofort mit und haben mich auch schon einmal getröstet. Die Ablenkung tut dann sehr gut.“

Ablenkung erfahren Mama Gülay Günal und ihr Sohn Jusuf auch, wenn sie sich abends über ihren Tag austauschen. „Es ist von Vorteil, wenn der andere die Themen nachvollziehen kann“, sind sich Beide einig. Nur einer von vielen Vorteilen, wenn die sozialen Pflege-Gene in der Familie geblieben sind und Mutter und Sohn den gleich Beruf gewählt haben.