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Lametta gehört auf jeden Fall an den Baum

Lametta gehört auf jeden Fall an den Baum

Zum Kirchgang an Heiligabend – schließlich sind beide Kinder Messdiener – kommen bei Familie Persch aus Bous auch Oma und Opa dazu, später wird beschert und gemeinsam gegessen.

Weihnachten , erzählt Stefanie Persch aus Bous , hat bei ihr ganz viel mit Kindheitserinnerungen zu tun. So wäre es vor dem Heiligen Abend bei ihren Eltern niemals erlaubt gewesen, auch nur einen Blick auf das Bäumchen zu erhaschen. "Die Tür blieb fest verschlossen, erst zur Bescherung versammelten wir uns vor dem Weihnachtsbaum, die Kerzen wurden angemacht und dann war Weihnachten ", erzählt sie.

In ihrem Haus in Bous , in dem sie gemeinsam mit ihrer Familie das Weihnachtsfest feiern wird, ist dies aufgrund der offenen Bauweise schon gar nicht möglich, "aber auch nicht weiter schlimm", sagt sie. Trauriger stimmt sie da schon die Tatsache, dass es nirgends mehr echtes Lametta zu kaufen gibt. "Vor einigen Jahren habe ich mal in einer Drogerie die Restbestände aufgekauft, doch davon ist leider nichts mehr da", bedauert Presch.

Auf die glitzernden Silberfäden will sie allerdings nicht gänzlich verzichten, begnügt sich mit Kunststoff-Lametta. Daneben zieren in diesem Jahr ganz neue Kugeln in Silber und Gold den Baum. Der wird traditionell zwar schon einige Tage vor Weihnachten gekauft, aber erst an Heiligabend geschmückt. Selbst beim Essen hielt Stefanie Persch lange Jahre den Traditionen aus ihrer Kindheit die Treue. "Bei uns daheim gab es immer Königin-Pastetchen. Als ich dann verheiratet war, habe ich die dann auch brav weitergemacht", erzählt sie. Ihr Mann Andreas schließlich brachte sie auf die Idee, doch auch mal was anderes auszuprobieren. Nach Rezeptideen von Tim Mälzer ist die Familie inzwischen beim Roastbeef gelandet, für die 15 Jahre alte Tochter Carina, Vegetarierin, gibt es eine leckere Alternative.

Eingeladen zum Heiligabend , der bei Familie Persch mit einem Gang in die Kirche beginnt, "schließlich sind beide Kinder Messdiener", sind auch Oma und Opa. Nach der Kirche, in der, wie sich der Nachwuchs einig ist, ja schon genug gesungen wurde, geht es daheim an die Bescherung.

"Ich nehme mir immer vor, dass wir erst essen, doch dann bin ich doch viel zu neugierig und packe doch die Päckchen aus", erzählt der zwölfjährige Hendrik. Ein Wunsch wird bei ihm wohl erst nach Weihnachten in Erfüllung gehen, "meine Eltern haben gemeint, dass das wohl nach den Feiertagen deutlich billiger sein wird", erklärt er. Stefanie und Andreas werden sich in diesem Jahr wohl nur eine Kleinigkeit schenken. "Das Jahr war ziemlich teuer und überhaupt, an Weihnachten gibt es doch für uns Erwachsene Wichtigeres als Geschenke", sagt sie.