Kunstwerk verliert Bodenhaftung

Bous. Das rund 260 Jahre alte Armseelenkreuz auf dem Bouser Friedhof wurde vor etwa 40 Jahren in eine Mauer eingearbeitet, um ihm zusätzlichen Halt zu gegeben. Doch mittlerweile ist der gesamte Hang instabil, auf dem das Ensemble steht. Akute Gefahr bestehe nicht, sagte Bürgermeister Stefan Louis im Februar 2011, aber "eine aufwendige Sanierung wäre notwendig"

Bous. Das rund 260 Jahre alte Armseelenkreuz auf dem Bouser Friedhof wurde vor etwa 40 Jahren in eine Mauer eingearbeitet, um ihm zusätzlichen Halt zu gegeben. Doch mittlerweile ist der gesamte Hang instabil, auf dem das Ensemble steht. Akute Gefahr bestehe nicht, sagte Bürgermeister Stefan Louis im Februar 2011, aber "eine aufwendige Sanierung wäre notwendig". Anderenfalls könnte es umstürzen und wieder zerbrechen.Die Stützmauer hinter dem Kreuz stehe längst schief, teilte Louis nun auf Anfrage mit. Deshalb war zuerst die Standfestigkeit zu klären. Ein Baugrundgutachten vom 28. Januar 2011 legte die Basis für ein nachfolgendes Gutachten im März 2011. Damit konnten Maßnahmen für die Wiederherstellung der dauerhaften Standsicherheit erstellt werden. Demnach sind umfangreiche Erdarbeiten notwendig. Ende Juni 2011 lagen entsprechende Angebote vor, mit Kosten zwischen 15 000 und knapp 18 000 Euro. Darin ist die Restaurierung des Armseelenkreuzes noch nicht enthalten.

"Da dieser finanzielle Aufwand von der Gemeinde nicht zu stemmen ist", teilte Louis weiter mit, "werden kostengünstigere Alternativen gesucht". Dies sei nicht mit erster Priorität vorangetrieben worden, denn momentan liefen in Bous umfangreiche Bauarbeiten. Wie beispielsweise die Turnhalle Mühlenscheib, am Kindergarten St. Raphael und am Kinderhaus.

Das Armseelenkreuz solle nun jedoch neu angegangen werden. Mit dem Armseelenkreuz hat Bous ein historisches Kunstwerk, das etwa um 1750 geschaffen wurde. Den etwa hüfthohen Sockel dominiert ein Relief der armen Seelen im Fegefeuer. Darüber folgt ein schmalerer Aufsatz mit schneckenförmigen Voluten, aus dem schließlich das eigentliche Kreuz hervorgeht.

Vermutlicher Stifter war der Abt Michael Stein vom Kloster Wadgassen. Denn der hatte auch die alte Bouser Barockkirche erbauen lassen, die bis 1892 stand.

Ursprünglich befand sich das "Armseelenkreuz" südwestlich der Pfarrkirche zwischen alten Grabmälern. Später setzte man es an die Lourdesgrotte hinter dem Kirchenschiff. Dort zerbrach es 1963 in mehrere Teile. Schon 1857 fand eine erste Restaurierung des Armseelenkreuzes statt. Seit dem Jahr 1972 steht es komplett saniert an einem Hang auf dem Bouser Friedhof.