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Kloster wird kein Kinderhospiz

Kloster wird kein Kinderhospiz

Bous. Vor einer Bewährungsprobe, wenn nicht vor dem Aus steht das Projekt "Kinderhospiz im Kloster Heiligenborn" in Bous. 13 Monate nach Gründung des Fördervereins kam es am Mittwochabend zu einer schwerwiegenden Wendung in der jungen Geschichte des Projekts

Bous. Vor einer Bewährungsprobe, wenn nicht vor dem Aus steht das Projekt "Kinderhospiz im Kloster Heiligenborn" in Bous. 13 Monate nach Gründung des Fördervereins kam es am Mittwochabend zu einer schwerwiegenden Wendung in der jungen Geschichte des Projekts. In einer außerordentlichen Versammlung enthobent die Mitglieder des Fördervereins den bisherigen Vorsitzenden Reinhard Beimborn mit 37 von 40 Stimmen seines Amtes. Es gab zwei Neinstimmen und eine Enthaltung.

Als Grund gab Schatzmeister Peter-Josef Kiefer an, dem Verein sei am 4. September mitgeteilt worden, dass "vom Amtsgericht Lennestadt ein Haftbefehl gegen Herrn Beimborn vorliegt". Die Gelegenheit zur Klärung habe der Vorsitzende nicht genutzt. "Ich schätze die Arbeit, die Herr Beimborn gemacht hat", sagte Kiefer, "aber hier geht es um den Verein."

Zum neuen Vorsitzenden des Fördervereins wählten die Mitglieder mit 22 von 40 Stimmen Alexander Koch, Verkaufsleiter bei Saarstahl. 18 Stimmen erhielt Gegenkandidatin Andrea Fuchs, Beisitzerin des Vereins. Schatzmeister Kiefer und Schriftführerin Jutta Schackmann sind weiter im Amt.

Einen "Neuanfang" kündigte Kiefer an. Denn das Kinderhospiz sei im Klostergebäude "wirtschaftlich nicht umsetzbar". Der so genannte Businessplan enthalte falsche Zahlen. Beispielsweise Tagessätze von Kranken- und Pflegekassen von um die 300 Euro. Real seien jedoch 80 bis 100 Euro. Damit ist die Grundidee, ein Kinderhospiz im Klostergebäude selbst unterzubringen, utopisch. Das Ziel Kinderhospiz werde aber weiterverfolgt, bekräftigte Kiefer. Allerdings müsse ein neues Gebäude gebaut werden, da der Umbau des Klosters zu teuer sei.

Für ein Grundstück kommen laut Kiefer zwei Optionen in Frage. Erstens: Der Verein kauft ein eigenes Grundstück. Oder zweitens: Der Investor stellt Platz auf dem Klostergelände bereit.

 Was nun aus dem leer stehenden Klostergebäude in Bous wird, ist offen. Foto: Thomas Seeber
Was nun aus dem leer stehenden Klostergebäude in Bous wird, ist offen. Foto: Thomas Seeber

"Zum jetzigen Zeitpunkt ist es zu früh", wich Investor Coert Huijbregsen dem Drängen von Kiefer aus. Er war nicht bereit, in der Sitzung ein Grundstück zuzusagen. Seine Pläne dürften sich dabei vom Projekt Kinderhospiz entfernen. Huijbregsen deutete an, stattdessen ein "sehr soziales Projekt" im Kloster umsetzen zu wollen. Dazu habe der Holländer, erklärte sein Projektplaner Theo Hufnagel, mit den Redemptoristen einen Vertrag unterschrieben. Darin soll vereinbart sein, dass Huibregsen bis zum 31. März kommenden Jahres mit der Realisierung jenes Projekt beginnen muss. < weiterer Bericht folgt