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Kloster
Kloster kommt doch unter den Hammer

Blick auf das Kloster Heiligenborn in Bous.
Blick auf das Kloster Heiligenborn in Bous. FOTO: Rolf Ruppenthal
Bous. Das Kloster Heiligenborn in Bous wird in Köln bei einer Auktion versteigert. Ein Plan der Grünen, diese Versteigerung auszusetzen, scheiterte. Von Johannes Bodwing

„Die Versteigerung findet auf jeden Fall statt.“ So lautete am Donnerstagvormittag die Antwort der Westdeutschen Grundstücksauktionen AG. Die hat das „Kloster Heiligenborn“ auf der Liste für eine Auktion am Samstag, 16. September. Drei Termine mit Interessenten für das Objekt seien vor Ort durchgeführt worden, hieß es auf Anfrage. Eine genaue Zahl wurde nicht genannt, aber es seien „etliche“. Auch sei es nicht so einfach, das Kloster aus der Versteigerung herauszuholen. Das führe zu „einigen tausend Euro“ mehr, was der Orden der Redemptoristen als Eigentümer dann zahlen müsste.



Die Idee für das Aussetzen der Klosterversteigerung stammt von Grünen-Landeschef Markus Tressel und Christoph Küntzer, Fraktionsvorsitzender in Bous. „Dann hätten wir ein halbes Jahr Luft, um Konzepte zu entwickeln“, meinten sie dazu. Für die Redemptoristen würde ein weiteres halbes Jahr zusätzliche Kosten in Höhe von rund 20 000 Euro bedeuten. Denn die jährlichen laufenden Kosten werden von Ordensseite mit etwa 40 000 Euro angegeben.

Am Samstag hatten Tressel und Küntzer im Thalia-Kino 16 Personen über neue Ansätze informiert. „Eine passende Nutzung für das Kloster finden“, nannte Tressel als Anlass für den kurzfristigen Termin. Eine Genossenschaft zur Einrichtung von Wohneinheiten war dabei eine erste Idee. Um die angesetzte Versteigerung des Klosters zu stoppen, wollte sich Tressel mit Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer und den Oberen der Redemptoristen in Belgien in Verbindung setzen. „Untenstehende Mail habe ich an den Orden geschickt, bis heute ohne Reaktion“, teilte Tressel am Donnerstag auf Anfrage mit. Bezüglich der Ministerpräsidentin warte er auf Rückruf, werde sich aber noch im Laufe des Tages mit ihr in Verbindung setzen.

Eine nichtöffentliche Sitzung der Bouser Fraktionen beschäftigte sich am Mittwochabend im Rathaus erneut mit dem Kloster. Sein Fazit daraus stellte Bürgermeister Stefan Louis auf Anfrage am Donnerstag dar: „Die Gemeinde wird aufgrund der Sitzung keine Aktivitäten zum Kauf unternehmen.“ Aber „ich habe fest vor, dort hinzugehen“, sagte Louis zum Auktionstermin in Köln. Dafür habe er schon private Termine verschoben. Wenn es zur Versteigerung des Klosters komme, wolle er im Interesse der Gemeinde gleich mit dem Käufer Kontakt aufnehmen.