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Klara überzeugte mit Mut und Energie

Klara überzeugte mit Mut und Energie

Klara Weh aus Bous ist mit dem Motivationspreis der Deutschen Schlaganfall-Hilfe ausgezeichnet worden. Die 13-jährige Schülerin strengt sich an, trotz ihrer Behinderung ein ganz normales Leben zu führen.

"Hausaufgaben machen, Vokabeln lernen, Sport, Freunde treffen, lesen, was ein ganz normaler Mensch so macht", antwortet Klara Weh, 13, aus Bous auf die Frage, wie sie ihre Zeit verbringt. Das schlanke Mädchen mit Zopf und Zahnspange ist Schülerin am Albert-Einstein-Gymnasium in Völklingen und fährt am liebsten mit dem Rad zur Schule.

Bis dahin wäre an Klara nichts Außergewöhnliches, doch gerade wurde der 13-Jährigen der Motivationspreis der Deutschen Schlaganfall-Hilfe verliehen. Das beweist: Klara ist eine echte Kämpferin. Dabei, betont sie, versteckt sie sich nicht, geht offen auf Leute zu - und mit ihrer Behinderung um. Denn Klara hat bereits vor ihrer Geburt einen Schlaganfall erlitten, die linke Gehirn- und somit die rechte Körperseite ist durch den Infarkt geschädigt worden. "Das ist zunächst nicht aufgefallen. Klara entwickelte sich, bis sie vier Monate alt war, normal, dann fielen erste Asymmetrien auf", erzählt ihre Mutter Christine Weh.

Danach ging alles recht schnell, eine MRT (Magnetresonanztomographie) brachte Gewissheit: Ein Schlaganfall hatte Teile der linken Hirnhälfte geschädigt. Seitdem sind Krankengymnastik und Ergotherapie, aber auch ein Sportprogramm aus Schwimmen, Radfahren und Laufen bei Klara Alltag. "Mit 21 Monaten konnte sie laufen, mit vier haben wir mit ihr erste Radtouren gemacht", erzählt ihr Vater Alexander Weh. Er hat seine Tochter für den Motivationspreis, mit deren Einwilligung, vorgeschlagen.

"Wir haben einen Brief bekommen, dass ich einen Preis erhalte und wir nach Berlin eingeladen sind", erzählt Klara. Doch leider konnte sie an der Verleihung nicht teilnehmen. "Sie hatte schon eine Woche Fieber hinter sich, dann waren wir in der Klinik in Aschau zur Untersuchung, wollten von dort nach Berlin, aber das Fieber kam wieder", erzählt Christine Weh.

Preisverleihung verpasst

Schweren Herzens musste die Familie absagen. Aus dem Internet erfuhren die Wehs, dass Klara mit einem zweiten Preis in der Sonderkategorie Kinder ausgezeichnet wurde. "Klaras Mut und ihre Energie haben die Jury überzeugt", hieß es bei der Deutschen Schlaganfall-Hilfe.

Ihren ganz persönlichen Hauptgewinn hat sich Klara übrigens schon in der orthopädischen Kinderklinik in Aschau abgeholt: Denn die Schiene am rechten Bein, die sie tragen musste, seit sie laufen kann, ist endlich Geschichte. Nach einer sehr aufwändigen Fußoperation im Juni 2014 musste Klara das Laufen mit dem aufgedehnten Fuß neu lernen. "Endlich können wir gemeinsam Schuhe kaufen gehen", freut sich die SMama. Sie ist froh, dass Klara schon im Kindergarten inkludiert wurde, nicht zuletzt fühlt sich die Schülerin wohl auch dadurch als "ganz normaler Mensch".