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Kinder-Lebens-Lauf
Kinderhospiz – ein heikles Thema

Der Förderverein Kinderhospiz Heiligenborn und die Gruppe Bike Aid unterstützten am Samstag den Kinder-Lebens-
Lauf bei der Fackelübergabe in Bous.
Der Förderverein Kinderhospiz Heiligenborn und die Gruppe Bike Aid unterstützten am Samstag den Kinder-Lebens- Lauf bei der Fackelübergabe in Bous. FOTO: Merkel Carolin / Carolin Merkel
Bous. Bei der Aktion Kinder-Lebens-Lauf wurde deutlich gemacht, wie wichtig entsprechende Einrichtungen sind. Von Carolin Merkel

„Wir haben es uns nicht nehmen lassen, bei dieser Aktion teilzunehmen. Denn wir wollen dazu beitragen, die Kinderhospizarbeit weiter bekannt zu machen, und darauf hinweisen, wie dringend notwendig eine solche Einrichtung ist“, erklärte Christoph Krammel, der Schatzmeister des Fördervereins Kinderhospiz Heiligenborn am Samstagmorgen im Beisein von gerade mal zwei Lokalpolitikern.


Das große Publikum, das hatte der Verein bei der Fackelübergabe zum Kinder-Lebens-Lauf, einer Initiative des Bundesverbands Kinderhospiz (wir berichteten), auch nicht erwartet, doch selbst Jutta Fellinger, Beigeordnete der Gemeinde Bous, zeigte sich ein wenig enttäuscht über das eher geringe Interesse bei ihren Ratskollegen. Bei ihr, betonte sie, sei das Thema durchaus präsent, sie hatte damals auch die Veranstaltung, bei der die Pläne für ein Hospiz im Kloster Heiligenborn vorgestellt worden waren, verfolgt. „Es ist schade, dass das nicht geklappt hat, ein Hospiz wäre für die betroffenen Familien so wichtig“, sagte sie.

Allerdings, sagte Stefan Rech, Kreisbeigeordneter, „wer spricht denn schon gerne über das Thema Kinderhospiz?“. Zwar sei das Thema immer mal wieder in den Medien, doch das Jahr über verschwinde es sehr rasch. „Es ist einfach eine große Hemmschwelle bei den Menschen, über das Thema zu reden“, sagte er.



Wichtig, betonte Bettina Becker vom Bundesverband Kinderhospiz, sei es, der Öffentlichkeit auch zu erklären, was ein Kinderhospiz leistet. „Es geht dabei nicht um das Sterben des Kindes, viele Kinder kommen zehn Jahre und länger ins Hospiz. Es geht darum, Entlastung bei den Familien, den Eltern und Geschwistern zu schaffen. Und es geht darum, das Thema aus der Tabuzone herauszuholen“, erklärte sie.

Jutta Fellinger und Stefan Rech hatten beide jeweils einen Scheck für den Verein dabei, Rech sagte auch weiterhin die Unterstützung durch den Landkreis zu. Aktuell, betonte er, sei es sehr wichtig, dass das Thema in der Öffentlichkeit bleibe. Noch, sagte Pya Groß vom Förderverein, gebe es entgegen anders lautender Meldungen, noch keinen Erwerb einer Immobilie, die Sache werde vom Verein geprüft. Doch Öffentlichkeitsarbeit, die tut dem Förderverein immer gut. Und genau dazu dient die bundesweite Veranstaltung, die ausgehend von Berlin in den kommenden Wochen und Monaten durch ganz Deutschland wieder zurück in die Bundeshauptstadt verläuft und auf das Thema in vielfältiger Weise aufmerksam macht.

Bettina Becker vom Bundesverband erzählte am Samstagmorgen von ihren Erfahrungen der vergangenen Tage in Hessen. „Es gibt dort durchaus Gruppen, aber es mangelt an der Vernetzung. Auch hier kann die Veranstaltung helfen.“ Der Bundesverband Kinderhospiz will in vielen Städten Deutschlands Station machen und das Thema aus dem Tabubereich herausholen.

In Bous übernahm am Samstag eine Gruppe von Bike Aid die ehrenvolle Aufgabe. Wie das für das Saarland so üblich ist, hatte der Vorsitzende des Fördervereins, Peter Josef Kiefer, gleich seinen Freund Uli Geber von Bike Aid angesprochen. Bisher hatte der zwar noch keine Beziehung zum Thema, doch Bike Aid stehe nun mal dafür, Menschen, denen es nicht so gut geht, zu helfen.

Geber bewundert Menschen, die ehrenamtlich so viel Zeit aufbringen, um solche Sachen ins Leben zu rufen. „Es geht uns allen so gut, wenn jeder nur ein bisschen Zeit gibt, seine eigenen Talente einbringt und andere motiviert, dann hat diese Veranstaltung Erfolg“, ist er überzeugt.

Dass der Bedarf auf jeden Fall da ist, das betonte auch Mike Mathes, ebenfalls Mitglied im Vorstand des Fördervereins. „Wenn ein Kinderhospiz öffnet, sieht man schnell, wie die Familien die Hilfe annehmen. Es ist einfach ein stilles Leid, das in den Familien ertragen wird, Und das muss an die Öffentlichkeit“, sagte er.

Schließlich übernahmen die Fahrer von Bike Aid, ein achtköpfiges Team, sehr gerne die Aufgabe, die Fackel bis zur nächsten Station nach Merchweiler zu bringen.