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Jahresrückblick
Keine finanziellen Mittel für große Sprünge

Der Windpark an der Grenze zu Püttlingen sorgte für heiße Diskussionen. Im November gab es vom Oberverwaltungsgericht grünes Licht.
Der Windpark an der Grenze zu Püttlingen sorgte für heiße Diskussionen. Im November gab es vom Oberverwaltungsgericht grünes Licht. FOTO: dpa / Patrick Pleul
Bous. Jahresrückblick der Städte und Gemeinden in der Saarbrücker Zeitung, heute: Bous. Von Johannes Bodwing

Das Thema Windkraft war im vergangenen Jahr vielerorts ein Aufreger. So auch in der Gemeinde Bous, wo Anlagen nahe der Knappschaftsklinik Püttlingen entstehen. Im November wies das Oberverwaltungsgericht des Saarlandes in Saarlouis alle Eilanträge gegen diesen Windpark ab.


2017 war kein Jahr der großen Sprünge für Bous. Einen Haushalt mit einem jahresbezogenen Defizit von 758 000 Euro beschloss der Gemeinderat im März. Im Dezember informierte Bürgermeister Stefan Louis über die vom Land festgelegte Defizit-Obergrenze. Dieser Wert liegt bei derzeit rund 800 000 Euro.

Auch im Zeichen der Partnerschaft mit der malischen Stadt Koulikoro stand das Jahr 2017. Unter dessen neuem Bürgermeister Eli Diarra geht die Entwicklung wieder voran. Ende September besuchte eine kleine Delegation aus Bous den afrikanischen Partner. Anlass war die Einweihung einer Entbindungsstation, die ausschließlich mit Spenden in Höhe von 38 000 Euro aus Bous finanziert wurde.

Anfang August fiel eine Blockhütte des Angelsportvereins Bous im Bommersbachtal einem Brand zum Opfer. Die Anzeichen deuteten auf Brandstiftung hin. Für den Wiederaufbau veranstaltete der finanziell angeschlagene ASV Anfang Oktober eine Benefiz-Veranstaltung.

Ihr 150. Jubiläum feierte die Bouser Feuerwehr Anfang September mit einer großen Jahreshauptübung an der Gemeinschaftsschule. Im Oktober löste Jürgen Loh den langjährigen Geschäftsführer der Stahlwerke Bous, Franz-Josef Schu, ab. Im selben Monat wurde die Asphaltdecke der Saarbrücke zwischen Bous und Wadgassen erneuert.



Ein heißes Eisen: Ende 2009 hatten die Redemptoristen das Kloster Heiligenborn in Bous verlassen. Am 16. September 2017 wurde der Gebäudekomplex nun mit Kloster, Wohnhaus und Kirche für 1 005 000 Euro in Köln versteigert. Neuer Besitzer ist die Victor‘s-Gruppe. Sie will dort Schulungen durchführen und ohne Abriss eine behutsame Entwicklung vornehmen.

Die „Aktion Lebensmittelkorb“ hilft seit fast zwölf Jahren Menschen in bescheidenen Verhältnissen mit Lebensmittelspenden. Als Unterstützung für diese Hilfe brachte Anfang November ein Benefizkonzert rund 3400 Euro zusammen.

Ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg sorgte Anfang November am Bouser Bahnhof für Aufregung und erforderte den Kampfmittelräumdienst. Die sorgfältige Bergung der Granate führte lediglich zu einer kurzzeitigen Sperrung des Bahnbetriebes. Der Bouser Friedhof wurde zum Jahresende von Dieben heimgesucht. Begehrt waren vor allem Grabfiguren, Mitte Dezember scheiterte der Versuch, einen 200 Kilo schweren Grabstein zu stehlen. Kein Wunder also, dass Lokalpolitiker verstärkte Polizeipräsenz fordern: Nicht nur einfach den Erhalt der Polizeiinspektion Bous forderte der Gemeinderat in seiner letzten Sitzung. Mit einer einstimmig verabschiedeten Resolution an das Innenministerium wird auch verlangt, den früheren 24-Stunden-Betrieb wieder herzustellen.

Blick auf das Kloster Heiligenborn in Bous, das im vergangenen September versteigert wurde.
Blick auf das Kloster Heiligenborn in Bous, das im vergangenen September versteigert wurde. FOTO: Rolf Ruppenthal