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Hilfe in der letzten Phase im Leben

Bous. Der Tod ist ein Schlussstrich, der oftmals lange dauert, bis er gezogen ist. In diesen letzten Wochen und Monaten leistet das St. Barbara-Hospiz der cts in Bous praktische Hilfe und seelischen Beistand. An das Tabuthema Sterben erinnert nun der Förderverein mit den dritten „Bouser Hospizwochen“. Johannes A. Bodwing

Auf die letzte Phase im Leben eines Menschen weist der Förderverein St. Barbara Hospiz Bous seit 2014 mit seinen "Bouser Hospizwochen" hin. Hintergrund ist das Erwachsenen-Hospiz am Standort des ehemaligen Seniorenheims Bergfriede. "Es läuft, es ist voll, es gibt sogar eine Warteliste", sagte Prälat Peter Prassel der Saarbrücker Zeitung über das Bouser Hospiz. Prassel ist Vorsitzender des Fördervereins. Die hohe Nachfrage bestätige die Notwendigkeit einer solchen Einrichtung. Seit drei Jahren helfe der Förderverein, das Hospiz über Beiträge und Spenden mit zu finanzieren. Denn für schwerstkranke Menschen sei die Betreuung kostenfrei. Dafür sorgten überwiegend die Leistungen von Pflege- und Krankenkassen, aber es bleibe ein Restbetrag für die Einrichtung.



Dieser Eigenanteil betrug bei Vereinsgründung zehn Prozent. Seit Anfang 2016 sind es noch fünf Prozent, damit pro Jahr etwa 50 000 Euro. "Wir mussten erst Mal die Erfahrungen machen, wie das im täglichen Betrieb läuft", sagte Prassel. Betrachte er nun die Warteliste, "dann bräuchte man eigentlich mehr Plätze". Deshalb werde bereits überlegt, vielleicht längerfristig die Bouser Einrichtung zu erweitern. Aber das wirke sich dann wiederum auf die Finanzierung aus. "Es geht ja nicht um Millionen, die der Förderverein braucht", sagte Prassel, doch Spender und Sponsoren seien immer dieselben Leute. "Aber betroffen sind wir letztlich alle."

"Wir sind mittlerweile eine Ein-Mann-Gesellschaft", meinte Prassel zum sozialen Gefüge. Dazu komme die demografische Entwicklung mit einer steigenden Zahl älterer Menschen. "Kommt dann das Alter, dann fehlt das entsprechende Umfeld. Es ist kaum noch jemand für einen da. Deshalb müssten wir eigentlich in den Dörfern wieder funktionierende Nachbarschaften aufbauen." Einzelne Fälle nannte Prassel, in denen "versucht wurde, die Oma ins Hospiz zu bringen, weil es nichts kostet". Denn wenn jemand nichts habe, blieben die Kosten an Einrichtung und Kommune hängen. Viel Arbeit werde durch die hauptamtlichen Mitarbeiter geleistet. Wer ehrenamtlich mithelfen wolle, könne sich die Abläufe jederzeit ansehen. "Das ist ein offenes Haus."

Die "Bouser Hospizwochen 2016" bringen das Tabuthema Sterben zur Sprache. Dabei stehen dienstagabends am 30. August und 20. September Filme sowie am 6. September ein Benefizkonzert auf dem Programm. Am 13. September, 19 Uhr, liest im Barbara-Hospiz nahe dem Bouser Kloster der Psychologe und Theologe Stanislaus Klemm aus "Reden ist Silber - Hören ist Gold". Dabei stellt er die Feinheiten des Zu- und Weghörens dar und was uns oftmals am Verstehen hindert.

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bous.de

Meinung:

Viel Rahmen mit wenig Inhalt

Von SZ-Redakteurin Margret Schmitz

Eine gute Idee hat der Hospiz-Förderverein mit seinen Hospizwochen auf den Weg gebracht. Immer noch ist über die Problematik rund um das Thema Sterben viel zu wenig bekannt, und für die Arbeit der Hospize fehlt es auch an Geld. Da könnten die Veranstaltungen der Hospizwochen ansetzen und Informationen liefern - zum Beispiel mit Vorträgen und Diskussionsrunden. Dazu ein Rahmenprogramm, das auch Menschen anzieht, denen diese Themen - noch - etwas fremd sind. Leider aber fallen die informativen Elemente bei diesen dritten Hospizwochen in Bous dürftig aus. Zwei zugegebenermaßen gute Filme zum Thema, eine Autorenlesung und ein Benefizkonzert sind eine schöne Beigabe, aber etwas zu wenig, um den Rahmen zu füllen.