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Westerncamp: Hier gibt es Lagerleben wie im Wilden Westen

Westerncamp : Hier gibt es Lagerleben wie im Wilden Westen

Auf der Wiese des Hundesportvereins Bous dreht sich noch bis Sonntag alles um die Zeit des amerikanischen Bürgerkriegs.

Die Feldkanone zierte sich erst noch am Freitagnachmittag. Dann krachte sie los, wie bei den Kämpfen der Süd- gegen die Nordstaatler im amerikanischen Bürgerkrieg vor rund 155 Jahren. „Die ist in den vergangenen Tagen nass geworden“, erklärte Jason Trzcielinski aus Köln. Zwei rote Winkel an den Jackenärmeln zeichnen ihn als Corporal der Artillerie aus. Die Kavallerie trage Gelb und die Infanterie Blau. Mit zehn weiteren Westernfans hatte er sich auf den Weg nach Bous gemacht. Dort findet seit Montag das zweiwöchige Westernlager des Western-Country-Club Saar statt. „Wir sind ein Bouser Verein“, sagte dessen Vorsitzender, Ralf Coassin, in passender Uniform eines 1st Lieu­tenant des 1st New-York-Kavallerie-Regimentes. „Das war direkt Abraham Lincoln unterstellt und bestand überwiegend aus Deutschen.“

Um die 20 Mitglieder hat der Bouser Westernverein, zum dritten Mal führt er das Sommerlager durch. Angefangen habe es mit etwa 60 Teilnehmern, „inzwischen sind wir bei etwa 150 bis 200“ aus Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Hessen und dem Saarland. Ein gelber Schulbus aus dem US-Bundesstaat Washington steht am Zugang zum Zeltlager. Ein rollender Laden ist das mit Utensilien des amerikanischen Bürgerkrieges. „Sie gehen vorne als Zivilist rein, und kommen hinten als Soldat wieder raus“, stellte Markus Finke aus Kaub am Rhein dar. „Die gibt‘s heute noch in Texas“, sagte Bernd Malter als Texas Ranger von der Saarbrücker Kompanie B. „Das sind Scharfschützen“, verwies er auf sein etwa 1,6 Meter langes Gewehr. Insgesamt muss Malter 13,8 Kilogramm stemmen, wenn er anlegt. Was essen Westerner, wenn keine Bisonherden in der Nähe sind? „Es gibt auch mal ein Steak“, sagte Malter, „Geräucherte Forelle“, ergänzte Coassin, „typisch Saarländisches und natürlich Schwenker“.

Die Füße von Uwe Schmitt stecken in Büffelleder. Aus Frankfurt kommt er und ist als Trapper hier. Einen Trapper um 1830 stellte Axel Schlüßler aus Mannheim dar. „Wir gucken schon, dass es einigermaßen passt“, sagte er zu Kleidung und Ausstattung. „Ich bin ein früher Siedler von 1750 und Büchsenmacher“, berichtete Karl Heinz Schweitzer aus Pirmasens. Denn um diese Zeit reiste sein Ur-Onkel neunten Grades in die USA aus. Zum Tag der offenen Tür lädt das Westernlager Bous am kommenden Sonntag, 30. Juli, ein, von 11 bis 20 Uhr. Ab 16 Uhr gibt’s Countrymusik mit „Ed Stevens Voices“. Nachmittags werden Schießen mit der historischen Kanone, Pfeil und Bogen, aber auch der Umgang mit Beil, Peitsche und Lasso gezeigt. Das Lager ist auf der Wiese des Hundesportvereins Bous am Dillmannsborn. Eintritt frei.