Gute-Laune-Konzert begeistert Publikum

Gute-Laune-Konzert begeistert Publikum

Lisdorf. Auf dem Programm des Open Air am Freitagabend standen Melodien aus Oper, Operette, Musical und Film. Die humorige Moderation lag in den Händen von Heike Breitenmoser und Hans-Werner-Strauß. Trotz Regen blieb kaum ein Stuhl leer

Lisdorf. Auf dem Programm des Open Air am Freitagabend standen Melodien aus Oper, Operette, Musical und Film. Die humorige Moderation lag in den Händen von Heike Breitenmoser und Hans-Werner-Strauß. Trotz Regen blieb kaum ein Stuhl leer. Angekündigt war, wie jedes Jahr, ein Gute-Laune-Konzert mit dem Jugendsinfonieorchester des Landkreises Saarlouis, der Chorgemeinschaft MGV Saarlouis-Lisdorf, dem MGV Concordia Bous und dem Chor des Robert-Schuman-Gymnasiums (RSG), wie das Orchester ein Kind des Musikpädagogen Günter Donie. Er stellte das Programm der insgesamt 200 Musiker zusammen.

Vielseitige Solisten

Natürlich durften Solisten nicht fehlen. Während Anne-Kathrin Fetik und Sabine Becker, Sopran, traditionell dabei waren, wurde mit Wilhelm Schwinghammer, Bass, ein neues Gesicht präsentiert. Schwinghammer erhielt seine erste Stimmausbildung bei den Regensburger Domspatzen. Inzwischen singt der 36-Jährige an der Hamburger Staatsoper. Seine tief sitzende Stimme, die man fast dem "Basso profondo" zuordnen könnte, kam mit dem "Ol' man river" aus "Show Boat" besonders zur Geltung. Zunächst einmal ist man jedoch geplättet von dem ausbalancierten Orchesterklang, der differenzierten Farbigkeit und dem Drive, mit dem Donie die Ouvertüre aus "Tancredi von Rossini anschiebt. Mit gewohnter Präzision spielt das Jugendorchester den "Carmen: Marsch" von Bizet, später "The Raiders March" aus "Indiana Jones". Donie pflegt ein Klangbild, dessen Artikulation und Ausgestaltung durchaus auf Wirkung angelegt sind und diese wie mit dem "Intro: Also sprach Z." auch erzielen. Hier müssen die Bläser, Schlagzeuger Kolja Koglin, Gitarrist Felix Hedrich und am Piano Christian Gerhorst gelobt werden. Donie versteht es auch, das Orchester sänger-dienlich zurückzunehmen. Nicht nur in der von Anne-Katrin Fetik vorgetragenen "Rosemarie" aus "Figaros Hochzeit" von Mozart zeigt Donie, wie eine dezente, dennoch ausdrucksstarke Arien-Begleitung zu klingen hat. Wie stets besticht Fetik mit sicherer Stimmführung, hervorragend durchgezogenen Melodiebögen und einer zu ihren Rollen passenden Anmut. Sabine Becker beweist sich vor allem einmal mehr als glänzende Musicalsängerin, insbesondere in "Music" von Miles und "I believe I can fly". Auch harmoniert sie sehr gut mit Fetik, als beide den "Abendsegen" aus Humperdincks "Hänsel und Gretel" singen.

Stimmliche Qualität der Chöre

Ebenso einfühlsam werden Tim Beuren, Gitarre, Peter Hedrich, Posaune und der erst zwölfjährige Johannes Schmitz aus Picard, Violine, in Szene gesetzt. Das Publikum zeigt sich von jedem Vortrag begeistert.

Trotz widriger Wetterverhältnisse genossen die Zuhörer das abwechslungsreiche Konzert. Foto: Thomas Seeber.

Wie jedes Jahr sind die Chorgemeinschaft Saarlouis-Lisdorf und der MGV Bous unter Leitung von Adolf Seidel mit von der Partie. Sie singen geschlossen und mit gutem Stimmpotenzial die Soldatenchöre aus Verdis "Troubadour" und Gounods "Margarete" sowie von Wagner den "Matrosenchor" (Der fliegende Holländer). Erstaunlich sind die stimmliche Qualität und die Begeisterung des RSG-Chors. Dieses Mal punktete er mit einem "Chorus-Line" und einem "Tarzan"-Medley - große rhythmische Herausforderungen. Mit einem Glas Sekt in der Hand verwöhnten alle Gesangssolisten das Publikum im Finale mit dem Champagnerlied aus der "Fledermaus" von Strauß. Bravo!