Großer Bahnhof für HBF

Saarlouis. Zum 100-jährigen Jubiläum ihres Bahnhofes wird die Kreisstadt Saarlouis zwei Veranstaltungen bieten. Am Sonntag, 19. Dezember, soll der Geburtstag im Bahnhof gefeiert werden. Bereits um 13 Uhr wird auf Gleis 3 des Saarlouiser Bahnhofes der nostalgische Museumszug der Eisenbahnfreunde Losheim mit historischen Wagen und einer Dampflok aus dem Jahre 1937 einlaufen

Saarlouis. Zum 100-jährigen Jubiläum ihres Bahnhofes wird die Kreisstadt Saarlouis zwei Veranstaltungen bieten. Am Sonntag, 19. Dezember, soll der Geburtstag im Bahnhof gefeiert werden. Bereits um 13 Uhr wird auf Gleis 3 des Saarlouiser Bahnhofes der nostalgische Museumszug der Eisenbahnfreunde Losheim mit historischen Wagen und einer Dampflok aus dem Jahre 1937 einlaufen. Die Bevölkerung ist eingeladen, an einer Bahnfahrt mit der Museumsbahn nach Bous teilzunehmen. Die Zugfahrt ist für alle kostenfrei. Rückkehr des Zuges ist gegen 14.30 Uhr.

Gulden feiert mit

Um 15 Uhr eröffnet Oberbürgermeister Roland Henz in der Halle des Bahnhofes eine mit vielen Fotos, Dokumenten und Texten gestaltete Ausstellung. Diese Ausstellung haben der Stadtverordnete Marc Speicher und Museumsleiter Benedikt Loew konzipiert. Der Saarlouiser Schriftsteller Alfred Gulden trägt Gedichte in Hochdeutsch und Mundart sowie Lieder zum Bahnhof vor.

So feiert Saarlouis die Ereignisse am 20. Dezember 1910. An diesem Tag, morgens gegen fünf Uhr, lief der erste Zug der Reichsbahn im neu erbauten Staatsbahnhof Saarlouis ein.

Der Bau eines neuen Staatsbahnhofes der Reichsbahn auf Rodener Bann 1908 bis 1910 ist untrennbar mit der Vereinigung von Saarlouis und Roden 1907 verbunden. Da Saarlouis zum Zeitpunkt der Anlegung der Bahnlinie durch das Saartal 1857/58 noch als Festung diente, mussten die Strecke weit um die Stadt herumgeführt und ein Bahnhof auf Fraulauterner Bann, heute etwa in Höhe der Aral-Tankstelle in der Bahnhofstraße, angelegt werden.

Bedeutsam für die Stadt

 So sah das Bahnhofsgebäude von Saarlouis in der Nachkriegszeit aus. Noch gab es Straßenbahnschienen. Foto: SZ/Archiv DB
So sah das Bahnhofsgebäude von Saarlouis in der Nachkriegszeit aus. Noch gab es Straßenbahnschienen. Foto: SZ/Archiv DB
 Beinahe ein Postkartenmotiv: Hochwasser der Saar mit dem Bahnhof im Hintergrund. Foto: SZ/Städtisches Museum Saarlouis
Beinahe ein Postkartenmotiv: Hochwasser der Saar mit dem Bahnhof im Hintergrund. Foto: SZ/Städtisches Museum Saarlouis
 Der letzte reguläre Dampfzug auf der Saarstrecke am 29. Mai 1976 machte auch in Saarlouis HBF Halt. Foto: SZ/Stadt
Der letzte reguläre Dampfzug auf der Saarstrecke am 29. Mai 1976 machte auch in Saarlouis HBF Halt. Foto: SZ/Stadt
 So sah das Bahnhofsgebäude von Saarlouis in der Nachkriegszeit aus. Noch gab es Straßenbahnschienen. Foto: SZ/Archiv DB
So sah das Bahnhofsgebäude von Saarlouis in der Nachkriegszeit aus. Noch gab es Straßenbahnschienen. Foto: SZ/Archiv DB
 Beinahe ein Postkartenmotiv: Hochwasser der Saar mit dem Bahnhof im Hintergrund. Foto: SZ/Städtisches Museum Saarlouis
Beinahe ein Postkartenmotiv: Hochwasser der Saar mit dem Bahnhof im Hintergrund. Foto: SZ/Städtisches Museum Saarlouis
 Der letzte reguläre Dampfzug auf der Saarstrecke am 29. Mai 1976 machte auch in Saarlouis HBF Halt. Foto: SZ/Stadt
Der letzte reguläre Dampfzug auf der Saarstrecke am 29. Mai 1976 machte auch in Saarlouis HBF Halt. Foto: SZ/Stadt

Als das Verkehrsaufkommen immer stärker anstieg, entschied sich die Reichsbahn nach der Jahrhundertwende für einen Neubau des Bahnhofs bei Saarlouis. Die inzwischen von ihren Festungsmauern befreite Stadt sah in einer Verlegung des Bahnhofs auf Rodener Bann, bei gleichzeitiger Vereinigung mit der Landgemeinde Roden, die Chance, ihre verkehrstechnische Lage wesentlich zu verbessern. Der letzte Paragraph des Vereinigungsvertrages, der ein Inkrafttreten der Vereinbarung ausdrücklich nur bei einem Neubau des Bahnhofes auf Rodener Gebiet sah, verdeutlicht diesen engen Zusammenhang. So war der neue Bahnhof der eigentliche Anstoß für die Vereinigung von Saarlouis und Roden. red