Frauen und sexuelle Gewalt: Gewalt gegen Frauen – im Namen des Glaubens

Frauen und sexuelle Gewalt : Gewalt gegen Frauen – im Namen des Glaubens

Missbrauch und Leid gibt es auch in der Kirche: Katholische Frauen Deutschlands zeigen Film im Thalia-Kino in Bous.

„Vor zehn Jahren wäre ich fast gestorben“, sagte Doris Reisinger (geb. Wagner) Ende September zum Abschluss einer Veranstaltung „Gewalt gegen Frauen in Kirche und Orden“. „Dieser Satz umfasst für mich das gesamte Ausmaß des Missbrauches von Frau Reisinger durch einen Priester meiner Kirche. Er ist die Zusammenfassung dessen, was sie durchlitten hat. Es ist ein Satz, den ich nie vergessen werde“, sagt Rita Monz aus Eppelborn, Mitglied im Diözesanvorstand der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) im Bistum Trier und Sprecherin des diözesanen Arbeitskreises „Frauen stärken – Gewalt überwinden“.

 Doris Reisinger kommt auch im Film „#Female Pleasure“ zu Wort, der am Montag, 28. Oktober, um 18 Uhr, vom kfd-Arbeitskreis im Kino Thalia Lichtspiele in Bous gezeigt wird. Dieser Film von Barbara Miller begleitet fünf mutige Frauen aus fünf Weltreligionen und Nationen. Er zeigt ihren erfolgreichen, risikoreichen Kampf für eine selbstbestimmte weibliche Sexualität und für ein gleichberechtigtes, respektvolles Miteinander unter den Geschlechtern.

„Bewegend, intim und zu jedem Zeitpunkt positiv vorwärtsgewandt schildert ,#Female Pleasure’ die Lebenswelten dieser Frauen“, unterstreicht die kfd. „Wir müssen über die Schicksale dieser Frauen und der vielen anderen Frauen und Mädchen sprechen, denen so viel Unrecht und Leid zugefügt wurde und wird, nur weil sie Frauen sind.“ So habe die katholische Kirche „bis heute für ihr Weghören und Wegsehen keinerlei Verantwortung übernommen“, kritisiert der kfd-Arbeitskreis. „Es wird höchste Zeit, dass wir darüber in der Öffentlichkeit laut reden und das Leid der Frauen anklagen. Als Christinnen sind wir aufgefordert zum Sprachrohr dieser Frauen und Mädchen zu werden“, sagt Rita Monz.

 Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) ist mit rund 28 000 Mitgliedern die größte Frauenorganisation im Bistum Trier. Sie setzt sich für die Interessen von Frauen in Kirche, Politik und Gesellschaft ein. Der 2002 gegründete Arbeitskreis „Frauen stärken - Gewalt überwinden“ setzt sich in seiner Arbeit mit allen Facetten von Gewalt gegen Frauen auseinander.

www.kfd-trier.de

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