Gemeinde Bous hat Neujahrsempfang mit guten Nachrichten

Neujahrsempfang : Bous gehört zu den sieben Gesunden

Finanziell steht die Gemeinde Bous wieder gut da. Doch es gab auch kritische Töne auf dem Bouser Neujahrsempfang.

Gute Nachrichten in Sachen kommunale Finanzen hatte Bürgermeister Stefan Louis beim Neujahrsempfangs der Gemeinde Bous im Gepäck: „Aus heutiger Sicht sieht es sehr gut aus.“ Statt eines geplanten Defizits von rund 800 000 Euro im abgelaufenen Jahr 2018 erwarte die Gemeinde nach aktuellem Kenntnisstand einen nahezu ausgeglichenen Haushalt. Für das Jahr 2019 sieht es sogar noch besser aus. War im Doppelhaushalt 2018/19 noch für 2019 ein Fehlbetrag von 880 000 Euro prognostiziert, so habe die Gemeinde zum Ende des Jahres erfahren, dass die Kreisumlage inzwischen zum vierten Mal in Folge gesunken ist.

Ein Punkt, auf den auch Landrat Patrik Lauer in seinem kurzen Grußwort im gut besuchten Petrihof hingewiesen hatte. 130 000 Euro weniger muss die Gemeinde an den Kreis zahlen. Dazu kommen Schlüsselzuwendungen des Landes, und zwar höher als geplant. „Wenn die Situation so bleibt, können wir auf einen positiven Jahresabschluss im Jahr 2019 hoffen“, erklärte der Bouser Verwaltungschef.

Vom Saarlandpakt zur Entlastung hochverschuldeter Gemeinden profitiert Bous nur unerheblich: „Die Gemeinde Bous wird als eine der saarlandweit sieben ,gesunden Kommunen’ eingestuft“, erklärte Louis. Als Ausgleich seien für diese weitere Zuschüsse vorgesehen. „Nach ersten Entwürfen können wir ab 2020 mit einem zusätzlichen jährlichen Betrag von 450 000 Euro für notwendige Investitionen rechnen.“

Trotz strenger Sparauflagen liege der Schwerpunkt der Investitionen der Gemeinde auf dem Ausbau von Betreuungs- und Bildungseinrichtungen: Im kommenden Jahr soll mit dem Mitteltrakt der Grundschule deren Sanierung beendet werden. Ein weiteres großes Projekt ist der Neubau einer Kindertagesstätte. Außerdem wurde und wird im Zuge eines langfristigen Sanierungsplanes die Kanalisation in verschiedenen Straßen erneuert.

Als negative Entwicklung im vergangenen Jahr ordnete Bürgermeister Louis die Rückstufung der Polizeiinspektion Bous zu einem Revier mit deutlich verringerter Personalausstattung und Nachtschließung ein: „Obwohl ich mich gemeinsam mit dem Gemeinderat und einer einmütigen Resolution bereits im Dezember 2017 deutlich gegen diese Pläne ausgesprochen habe, wurde das Reformvorhaben – ohne unsere Einwände zu berücksichtigen – im Oktober 2018 landesweit umgesetzt. Auf eine weitere Resolution haben wir vom Innenminister noch keine Antwort.“

Bitter sagte er weiter: „In der jüngeren Vergangenheit gab es eine Vielzahl von Wohnungseinbrüchen in Bous. Nach Rücksprache mit den Verantwortlichen der Polizei handelt es sich wohl per Definition bei über 20 Einbrüchen nicht um eine Serie. Den Menschen, bei denen eingebrochen wurde, ist damit nicht gedient.“

Ihm sei zugesichert, dass der Kriminaldienst sich intensiv damit beschäftige. „Es wäre vielleicht unsachgemäß, einen direkten Zusammenhang zwischen den vermehrten Einbrüchen und der Rückstufung der Polizeiinspektion Bous zu sehen“, so Louis, aber das Sicherheitsempfinden in der Gemeinde sei beeinträchtigt. Der Gemeinderat sei sich einig, dass in dieser „mehr als besorgniserregenden Situation“ Handlungsbedarf bestehe.

Warnende Wort gab es vom Bürgermeister auch zur Situation der Freiwilligen Feuerwehr in Bous. Leider habe die Personalstärke eine kritische Untergrenze bereits unterschritten. Louis appellierte: „Lassen Sie uns in Bous nicht zum negativen Vorreiter werden. Wir alle müssen daran arbeiten, dass es nicht zu einer Zwangslösung kommt.“

Die musikalische Umrahmung des Empfangs übernahm der Männergesangsverein Bous unter der Leitung von Adolph Seidel.

Mehr von Saarbrücker Zeitung