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150 Jahre Feuerwehr Bous
Für Selbstschutz und Brandbekämpfung

Die Bouser Feuerwehr im Jahr 1928.
Die Bouser Feuerwehr im Jahr 1928. FOTO: Feuerwehrchronik
Bous. Die Feuerwehr Bous feiert am vergangenen Wochenende mit großem Programm 150-jähriges Bestehen. Der Blick in die Geschichte ist vielfältig. Von Johannes Bodwing

Die freiwillige Feuerwehr ist Selbstschutz der Bürgerinnen und Bürger. Damit fing es in Bous 1867 an. Zuvor waren die Bürger dienstverpflichtet, was oftmals zu einer ungeordneten Brandbekämpfung führte. Als Anlass für die Gründung der Bouser Wehr gilt ein schwerer Brand Am Bommersbacher Hof. Laut Chronik wurden dabei zahlreiche Gebäude zerstört. Die Gründung der Wehr erfolgte bei Nikolaus Riehm, der eine Wirtschaft mit Bäckerei besaß. Mitbegründer waren Bergmänner, Bauunternehmer und Schornsteinfeger.



Bous hatte damals 982 Einwohner. Die Feuergefahr lauerte im Haus und in Stallungen. Denn neben offenem Feuer beim Kochen blieben in Zeiten ohne Elektrizität nur Kerzen oder Öl-Lampen für die Beleuchtung. Mit Stroh gedeckte Dächer wurden im Kreis Saarlouis schon 1822 verboten. In Bous verschwand das letzte Strohdach um 1900.

Schon 1860 hatte die Gemeinde ihr erstes Spritzenhaus direkt an der Pfarrkirche St. Peter errichtet. Für die Einsätze stand eine fahrbare Feuerspritze parat sowie eine größere Anzahl Spritzeneimer. Diese Eimer waren eines der wichtigsten Feuerlöschgeräte der damaligen Zeit. Neu zugezogene Einwohner mussten die ledernen Feuereimer spenden, aber auch jedes Ehepaar bei der Trauung. 1897/98 bekam Bous eine Wasserleitung. Damit wurden die Ketten mit Wassereimern überflüssig. 1900 wurde erstmals ein Hydrantenführer gewählt statt des bisherigen Spritzenmeisters.

Lange Zeit riefen Kirchenglocken und Hornisten die Feuerwehrleute zum Einsatz. Ab 1913 hatte Bous eine Dampf-Sirene auf dem Feuerwehrgerätehaus der Mannesmann-Werke. Die erste elektrische Sirene war 1928 auf dem Schulhaus in der Friedrich-Ebert-Straße. 1935 kam auch eine auf das Bouser Feuerwehrgerätehaus, das 1926 komplett neu in der Kirchstraße eingeweiht worden war. Die noch vorhandene große Feuerspritze von 1895 wurde im Zweiten Weltkrieg an andere Gemeinden verliehen. Sie ist seither verschollen.

Ab 1935 wurden die Wehren von Bous, Schwalbach und Elm zu einer Amtswehr zusammengefasst. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann die Bouser Feuerwehr neu mit rund 20 Mitgliedern. Das Gerätehaus wurde 1962/63 erneuert. Mit der Gebietsreform 1974 wurde die Bouser Wehr Teil einer Amtswehr mit den Löschbezirken Elm, Ensdorf, Hülzweiler, Schwalbach und Schwalbach-Griesborn. 1977 konnte an der Griesborner Straße in Bous das derzeitige Gerätehaus eingeweiht werden. Als Folge der Saarkanalisierung erhielt die Wehr 1979 ein Schlauchboot mit Außenbordmotor. 1982 wurde Bous wieder selbständig und die Feuerwehr eigenständig.



Die Gründung der Bouser Jugendfeuerwehr erfolgte im Jahr 1963. Deren Mitgliederzahl schwanke immer wieder, sagte Wehrführer Rainer Wolf. Aktuell seien es 15 junge Leute. Drei Frauen sind in der aktiven Wehr, die insgesamt 38 Mitglieder hat. Die Altenwehr besteht aus 22 Männern.

Zum 150-jährigen Jubiläum der freiwilligen Bouser Feuerwehr fand am Samstag und Sonntag ein Tag der offenen Tür statt. Dabei wurden die Einsätze von 2017 an Stellwänden gezeigt. 46 sind es bisher, darunter technische Hilfen, Fehlalarme, Brandbekämpfung und Rettung von Menschenleben. Die Schirmherrschaft hatten Bürgermeister Stefan Louis und der Gemeinderat übernommen.

Die Bouser Feuerwehr in den ersten Jahren nach ihrer Gründung 1867.
Die Bouser Feuerwehr in den ersten Jahren nach ihrer Gründung 1867. FOTO: Feuerwehrchronik
Übung der Bouser Feuerwehr 1930 am alten Petri-Hof.
Übung der Bouser Feuerwehr 1930 am alten Petri-Hof. FOTO: Feuerwehrchronik