Für ihn war sein Beruf eine Berufung

Für ihn war sein Beruf eine Berufung

Bous. Der 15. Mai war ein großer Tag für das knapp 300 Einwohner zählende Dorf Courcelles-lès-Semur im nördlichen Burgund. Viele politische Mandatsträger waren dort zusammengekommen: vom Senat in Paris über den Generalrat in Dijon bis zu den Gemeinderäten

Bous. Der 15. Mai war ein großer Tag für das knapp 300 Einwohner zählende Dorf Courcelles-lès-Semur im nördlichen Burgund. Viele politische Mandatsträger waren dort zusammengekommen: vom Senat in Paris über den Generalrat in Dijon bis zu den Gemeinderäten. "Dieses Aufgebot an politischer Prominenz ist beeindruckend, wenn man die in Frankreich vorherrschende Trennung von Kirche und Staat bedenkt. Es ging nämlich darum, einen einfachen Landpfarrer zu ehren", berichtet Paul Endres aus Bous.Die Gemeinde Courcelles hat neben der kleinen Dorfkirche aus dem 14. Jahrhundert einen Platz angelegt. Dieser Platz wurde nun eingeweiht und zu Ehren des letzten Pfarrers der Gemeinde "Square Edmond Boinet" benannt. Auch fünfzig Jahre nach seinem Tod erinnerten sich einige Mandatsträger genau an ihn. Bürgermeister Séquel Gilsanz hielt eine Laudatio. Yvonne Carrara, die ebenfalls in Bous geborene Schwester von Pfarrer Boinet, enthüllte die Gedenkplakette.

Edmond Boinet wurde am 5. Dezember 1919 in Bous geboren. In seinem Elternhaus an der Saarbrücker Straße befindet sich heute die Gaststätte "Bella Italia". Der Vater Pierre Boinet war Franzose, die Mutter, "Heinens Trina", aus Bous. 1933 wanderte die Familie nach Frankreich aus und wohnte in Montbard im nördlichen Burgund. Edmond besuchte ein Konvikt in Metz und studierte in Dijon Theologie. Nach einer Kaplanszeit in Dijon wurde ihm 1948 die lange verwaiste Pfarrei Courcelles übertragen, die anfangs aus sieben weit verstreuten Dörfern bestand, später kamen noch einige dazu.

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Edmond Boinets Schwester Yvonne Carrara enthüllt die Gedenkplatte auf dem neuen Platz in Courcelles in Gegenwart diverser Prominenz. Fotos: Roi.
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Boinet starb im Herbst 1960 mit nur 40 Jahren. "Er war ein unermüdlicher Seelsorger, der seinen Beruf als Berufung ernst nahm und seine Überzeugung lebte - ein einfacher, bescheidener Landpfarrer", fasst Endres zusammen. Der Bouser lebte 1955/56 in Semur und ist dem Pfarrer dort auch persönlich begegnet. nic

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