Frösche, Karpfen und ein Mönch

Frösche, Karpfen und ein Mönch

Bous. Frösche quaken im niedrigen Wasser, während Mitglieder des Angelsportvereins (ASV) Bous schon am frühen Samstagmorgen schwere Steine schleppen. 70 Tonnen davon sind zu verarbeiten. "Die sind für die Dammbefestigung", erklärt Gerhard Schwinn, Vorsitzender des ASV

Bous. Frösche quaken im niedrigen Wasser, während Mitglieder des Angelsportvereins (ASV) Bous schon am frühen Samstagmorgen schwere Steine schleppen. 70 Tonnen davon sind zu verarbeiten. "Die sind für die Dammbefestigung", erklärt Gerhard Schwinn, Vorsitzender des ASV. Der Damm aus lehmigem Material trennt den Weiher vom Bommersbach und bildet zusammen mit einem kürzeren Damm an der alten Holzbrücke sowie den natürlichen Hängen eine große Wanne. Die Steine sind dabei ein Schutz gegen die Wellen."Wellen?" "Ja", sagt Schwinn. "Die bauen sich bei der vorwiegenden Windrichtung über die gesamte Länge des Weihers auf." Der erstreckt sich von Ost nach West und ist etwa 150 Meter lang und um die 16 Meter breit. Später beträgt die Wassertiefe bis zu 1,7 Meter. Eine noch trocken liegende Flachwasserzone nahe der Brücke dient dann als Kinderstube für die Fischbrut.

Der so genannte Entenweiher führte seit 2005 kein Wasser mehr. Inzwischen ist es fast wieder hüfthoch. Ein rund vier Meter hoher Mönch aus Betonringen steht darin. Im November vergangenen Jahres gesetzt, leitet er künftig überschüssiges Wasser in den nahen Bommersbach. Der Damm wurde bereits im vergangenen Jahr angelegt. Davor gab es monatelange Verzögerungen, weil keine unbelasteten Massen zu bekommen waren. Im September 2010 folgte ein Baustopp, da die Vermutung aufgekommen war, es habe sich ein schützenswertes Biotop entwickelt. Im Oktober gab das Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz (LUA) dann grünes Licht.

Rund ein Drittel kürzer als früher ist der Entenweiher jetzt. Das westliche Teilstück entwickelt sich zu einem wuchernden Biotop. Zwischen ihm und dem fischbesetzten Teil liegt die morsche Holzbrücke über den Bommersbach. Eine neue sei beim THW in Arbeit, teilt Schwinn mit.

Zeitig im Frühjahr 2011 hat der ASV junge Karpfen ausgesetzt. Insgesamt um die 100 Kilogramm und zehn bis zwölf Zentimeter groß. "Weil jetzt viele organische Stoffe im Wasser sind", erklärt Schwinn, "und die Karpfen fressen das weg". Die Karpfen haben zwei Jahre lang Ruhe. Bis dahin ist der Weiher gesperrt und es darf nicht geangelt werden.

Meinung

Gewinn für Natur und Mensch

Von SZ-RedakteurinMargret Schmitz

Wenn der Entenweiher im Bommersbachtal wieder eröffnet wird, ist eine lange Zeit mit vielen Unklarheiten, aber auch mit viel Arbeit endlich beendet. Viel Arbeit haben sich die Mitglieder des Angelsportvereins gemacht, und sie ist noch nicht beendet. Aber dafür entsteht ein Gelände, das den Menschen und der Natur Raum bietet. Ein Flachwassergebiet ist dann als Kinderstube für Fische ganz der Natur vorbehalten, und das Feuchtgebiet gibt vielen Tieren eine Heimat. Und auch für die Menschen ist das eine feine Sache: Sie können das bunte Leben von der Brücke, die bald erneuert wird, beobachten und die Ruhe genießen.