1. Saarland
  2. Saarlouis
  3. Bous

Es hagelt Knöllchen wegen falschen Parkens

Es hagelt Knöllchen wegen falschen Parkens

Völklingen. Zwei Leute vom Kommunalen Ordnungsdienst, im Volksmund auch Hipos genannt, sind derzeit ständig in der Völklinger Innenstadt im Einsatz. Es hagelt Knöllchen wegen falschen Parkens - bevorzugt auch in Bus-Haltebuchten. Tempo-30-Kontrolleure schlagen unter anderem in Höhe Michaels-Krankenhaus und an der B-51-Umleitung in Richtung Bous zu

Völklingen. Zwei Leute vom Kommunalen Ordnungsdienst, im Volksmund auch Hipos genannt, sind derzeit ständig in der Völklinger Innenstadt im Einsatz. Es hagelt Knöllchen wegen falschen Parkens - bevorzugt auch in Bus-Haltebuchten. Tempo-30-Kontrolleure schlagen unter anderem in Höhe Michaels-Krankenhaus und an der B-51-Umleitung in Richtung Bous zu. Gleichzeitig hört man Klagen über vermeintliche Schikanen. Konkrete Zahlen liegen noch nicht vor, doch aus Sicht von Bürgermeister Jochen Dahm handelt es sich hier um einen typischen Hipo-Einsatz-Effekt: "Zunächst klagen die Leute darüber, dass man sie nicht in der Stadt sieht. Doch wenn man sie sieht, ist es auch nicht recht."Ohne Kontrollen würden laut Dahm gerade die für Geschäftsleute wichtigen Kurzzeit-Parkplätze zwangsläufig die Beute von Dauerparkern. Der Bürgermeister verweist hier auf die Stadt Dillingen, die wieder die alte Parkscheiben-Regelung eingeführt hat: "Sie kriegen dort keinen Parkplatz mehr. Dort ist alles belegt von Dauerparken." Dahm gesteht allerdings zu, dass auch das Völklinger System Schwächen hat: "Die Brötchentaste müssen wir mit einer genaueren Beschriftung an den Automaten erklären. Es gibt Leute, die das nicht merken." Manche wissen auch anscheinend nicht mit defekten Parkuhren und Parkscheinautomaten umzugehen. Dahm: "Dann muss die Parkscheibe oder zumindest ein Zettel mit der Ankunftszeit ausgelegt werden." Wer's vergessen hat, muss sein Knöllchen zahlen, "weil sonst niemand wissen kann, wie lange er schon da steht" (Dahm).Das Auftauchen von Hipos soll bewusst unkalkulierbar bleiben. Einsatzpläne und Kontroll-Schwerpunkte gelten als Geheimsache. Harald Gerstner, zuständiger Fachdienstleiter im Rathaus, schickt seine insgesamt siebenköpfige Truppe jeden Morgen auf die Piste. Jochen Dahm: "Auch ich weiß vorher nicht, wo kontrolliert wird." Dementsprechend hat der Bürgermeister selbst auch schon einige Knöllchen bezahlt, wenn er mal nicht mit seinem Dienstfahrzeug unterwegs war - wegen Falschparkens.Laut Plansoll im Haushalt bringen die Leute vom Ordnungsdienst per Verwarnungsgeld jährlich rund 250000 Euro in die Stadtkasse. Zudem sorgen sie dafür, dass die Leute auch wirklich Geld in die Parkuhren und Parkscheinautomaten einwerfen. Als Einnahmen aus Parkgebühren kalkuliert die Stadt über 400000 Euro pro Jahr. Echte Raser findet man übrigens laut Dahm in Völklingen sehr selten. In Tempo-30-Bereichen fahren 50 Prozent der Leute unter 40 Stundenkilometer. Insgesamt 85 Prozent belassen es bei unter 45, und ein Tempo über 50 gibt es nur in Ausnahmefällen.

StichwortDie Brötchentaste hat ihren Namen, weil dieses Kurzparker-Ticket für Leute gedacht ist, die nur mal kurz in ein Geschäft wollen, um beispielsweise Frühstücksbrötchen zu kaufen. Wer länger als diese 20 Minuten parken will, muss von der ersten Minute an Gebühr entrichten. Es werden keine 20 Minuten auf dieses Ticket gutgeschrieben. er