Bouser Box begeistert in Fernost

Bouser Box begeistert in Fernost

„Paletten-Hersteller KTP aus Bous eröffnet Niederlassung nahe Shanghai.“ So hat es die SZ jüngst gemeldet. Für den Geschäftsführer des Unternehmens, das mit Fug und Recht zu den „Stillen Stars“ im Saarland gezählt wird, Andreas Wintrich, ein großer Entwicklungsschritt.

Es wird ausgebaut. "Wir sind schon wieder aus allen Nähten geplatzt", sagt Andreas Wintrich bei der Begrüßung im Verwaltungsgebäude seines Unternehmens KTP Kunststoff Palettentechnik auf dem Gelände in Bous , auf dem auch das Stahlwerk liegt. Beim Gespräch über den jüngsten Entwicklungsschub, den Stand der Dinge und die nächste Pläne werden zwei Begriffe immer mal wieder vorkommen: Dynamik und Verlässlichkeit. Beides hängt zusammen, beides sind für Wintrich und seine Ehefrau Christel, die er "die wichtigste Kraft für unseren Vertriebserfolg" nennt, so etwas wie der Markenkern von KTP.

Die drei Buchstaben standen in den Anfängen für "Kunststoff Technik Produktion". Das war Mitte bis Ende der 1980er Jahre, als aus ersten Anfängen Unternehmen und Produkt entstanden, die sich buchstäblich einen Namen machten. Damals schon so bekannt, dass KTP im Unternehmensnamen "Kunststoff Palettentechnik GmbH Bous " beibehalten wurde.

"KTP? Nie davon gehört", mögen viele Leute gestehen. Doch dürfte keiner von ihnen in einem Auto sitzen, von dem nicht wenigstens ein Teil mal mit dem Produkt aus Bous in Berührung gekommen ist. "Kiste darf keiner dazu sagen", stellt Wintrich klar - wenn auch mit einem Schmunzeln. Denn die Box aus Bous muss sich wirklich nicht mit einem Teil aus zusammengenagelten Holzbrettern vergleichen lassen.

Die Box ist ein dreiteiliger Behälter mit palettenartigem Boden, Wand und Deckel. Stabil, stapelbar und in einer Größe von 60 mal 80 Zentimetern bis 2,42 mal ein Metern Bodenfläche mal ein Meter Höhe erhältlich. Dabei sind die Behälter wesentlich leichter als Stahlgitterboxen, wie diese mehrfach verwendbar und - das ist der Clou für Logistiker - faltbar. Die Transportbehälter, die sich mit allerlei Einsätzen für etliche Teile insbesondere der Automobilbranche so ausrüsten lassen, dass alles bestens geschützt beim Empfänger ankommt, lassen sich so im Leerzustand auf ein Fünftel ihrer Größe reduzieren. Das bedeutet, für den Rücktransport leerer Boxen muss der Logistiker nur ein Fünftel Frachtraum buchen und bezahlen.

Womit der Hintergrund für den jüngsten Entwicklungsschritt schnell erhellt ist. Zum einen wollen viele chinesische Kunden und einige der gut 200 deutschen Firmen, die in der Region um Shanghai Niederlassungen haben, die KTP-Behälter nutzen. Zum anderen passt aber auch der hauptsächliche Güterstrom: Viel mehr Waren werden von China nach Europa und Deutschland transportiert. Entsprechend teurer ist die Fracht von Ost nach West. Entsprechend froh ist derjenige, der für seine gefüllten Behälter den günstigeren Preis zahlt, für den Rücktransport der leeren Behälter aber nur ein Fünftel des teureren Frachtpreises bezahlen muss.

"Das macht Spaß", sagt Wintrich zur Erweiterung des China-Geschäfts, die jetzt mit dem Bezug einer großen Lagerhalle in Taicang bei Shanghai offiziell gefeiert wurde. 12 000 Behälter sind dort zunächst verfügbar. Der Markt ist dynamisch, also ist es denkbar, dass KTP demnächst eine Produktionsstätte in China errichtet.

So intelligent das KTP-Patent ist - lässt sich das nicht doch kopieren? Das mag wohl sein, meint Wintrich, aber dann müsste der Kopierer ja ebenso verlässlich produzieren und liefern können. Und das, da ist der 50-Jährige sehr selbstbewusst, wird schwierig. Da sind nicht nur Mengen zu garantieren, sondern auch exakte Maße einzuhalten. Wenige Millimeter betragen die Toleranzen bei den Behältern.

Wenn KTP also nach Nord- und Südamerika schaut, wo die Bouser Behälter auch immer bekannter und begehrter werden, will Wintrich bei aller Dynamik in Sachen Verlässlichkeit keine Kompromisse machen. Doch die nächste Erweiterung kommt bestimmt.

Zum Thema:

Auf einen BlickKTP Kunststoff Palettentechnik GmbH, Saarstraße 1, Bous . Geschäftsführer : Andreas Wintrich. 140 festangestellte Mitarbeiter, 37 Millionen Euro Jahresumsatz 2014. Produktion in Bous , Vertretungen in Frankreich, Italien, Spanien und China. Kunden sind unter anderem: VW , BMW , Fiat , Ford, Peugeot und Porsche sowie Miele und Bosch-Siemens-Haushaltsgeräte. pumktp-online.de