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Bouser Armseelenkreuz erstrahlt in neuer Pracht

Bouser Armseelenkreuz erstrahlt in neuer Pracht

Endlich einen stabilen Standort hat das Bouser Armseelenkreuz seit November 2015. Restauriert und mit einer Stahlstütze versehen steht es im östlichen Teil des Friedhofes. Die feierliche Einsegnung ist für Sonntag, 28. Februar, geplant.

Eingemeißelt in den steinernen Sockel darben arme Seelen im Fegefeuer. Auf dieser Basis ragt das Armseelenkreuz zum Bouser Himmel empor. Mitte des 18. Jahrhunderts schuf der Bildhauer Johannes Guldner dieses denkmalgeschützte Kunstwerk. Der Stifter soll Michael Stein gewesen sein, Abt des Klosters Wadgassen.

Seit Mitte 2015 befindet sich das Armseelenkreuz an einem neuen Standort: auf ebener Fläche und ungefähr 250 Meter nordöstlich der Leichenhalle des Bouser Friedhofs. Der frühere Standort lag im westlichen Teil des Friedhofes an einem Hang und mit massiver Stützmauer aus Sandstein.

Durch Rutschungen war diese Mauer über Jahre in Schiefstellung geraten. Deshalb erfolgte Anfang 2011 ein Gutachten über Boden und Standfestigkeit des Kreuzes. Daraus ergab sich die Notwendigkeit umfangreicher Erdarbeiten. Diese allein wurden auf bis zu 17 000 Euro geschätzt, die Sanierung des Kreuzes nicht eingerechnet.

Restaurierung begann 2014

Vor dem Hintergrund großer Projekte wie der Turnhalle Mühlenscheib und der Sanierung des Kindergartens St. Raphael sowie des Kinderhauses suchte die Gemeinde eine günstigere Alternative für das Kreuz. Die fand sich im östlichen Friedhofsbereich an einer Ecke der neuen Rasengräber. Zur Restaurierung wurde das Kreuz im Februar 2014 am alten Standort abgebaut und von der Steinmetzfirma Thorsten Rech in deren Werkstatt in Hülzweiler transportiert. Die Arbeiten erfolgten in Abstimmung mit Landesdenkmalpfleger Rupert Schreiber sowie aufgrund der statischen Anforderungen mit dem Ingenieurbüro BHS. Nun steht das Kreuz auf einem bewehrten Stahlbetonfundament.

Der jetzige Standort ist vermutlich der fünfte in der Geschichte des Armseelenkreuzes. Ursprünglich befand es sich südwestlich der Pfarrkirche zwischen alten Grabmälern. Später setzte man es an die Lourdesgrotte hinter dem Kirchenschiff, wo es 1963 in mehrere Teile zerbrach. Schon 1857 hatte eine erste Restaurierung stattgefunden. Nach einer weiteren Sanierung 1972 wurde es mitten auf dem Friedhof am Hang aufgestellt.

Von vorn gesehen scheint es heute, als stehe das Kreuz frei zwischen Friedhofswegen. Doch das historische Werk hat jetzt eine Stahlsäule als Rückgrat. Die Gesamtkosten der Maßnahme sind mit zirka 29 000 Euro beziffert. Sie werden von der Gemeinde getragen, die katholische Kirchengemeinde stellte eine Beteiligung in Aussicht.

Kreuz gibt es als Schmuck

Als Besonderheit gibt es das Bouser Armseelenkreuz auch als handgefertigten Schmuckanhänger. Von jedem verkauften Kreuz gehen 20 Euro an die Gemeinde Bous zur Unterstützung ihrer Denkmalarbeit. Die feierliche Einsegnung des Armseelenkreuz ist vorgesehen für Sonntag, 28. Februar, 11.15 Uhr durch Pfarrerin Juliane Opiolla und Pastor Heinz Haser. Dazu sind die Bürgerinnen und Bürger herzlich eingeladen.