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Kindergarten Bous
Bis Jahresende sollen die Reste des Bades verschwunden sein

Was vom alten Schwimmbad-Komplex in Bous noch steht, wird voraussichtlich im kommenden Herbst abgerissen. Später soll in diesem Bereich ein neuer Kindergarten entstehen.
Was vom alten Schwimmbad-Komplex in Bous noch steht, wird voraussichtlich im kommenden Herbst abgerissen. Später soll in diesem Bereich ein neuer Kindergarten entstehen. FOTO: Johannes A. Bodwing
Bous. Für 3,5 Millionen Euro: Gemeinde plant Bau eines neuen Kindergartens auf dem Gelände. Bodenplatte des Bades soll wegen Altlasten bleiben. Von Johannes Bodwing

Nicht genügend Geld in der Kasse. Dieser Umstand kostete die Gemeinde Bous 2003 das Freibad und 2005 schließlich auch das Hallenbad. Jetzt stehen die noch verbliebenen Gebäude auf der Abrissliste, geplant ist an diesem Standort ein neuer Kindergarten.


Eine Zeitlang hatte die Gemeinde Bous noch darauf gehofft, dass ihr Hallenbad zu einem vom Land geförderten Lehrschwimmbecken werden könnte. Das hat sich inzwischen aber zerschlagen, im Haushalt wurden bereits 2017 rund 500 000 Euro für Abrissarbeiten eingeplant.

„Die Ausschreibung geht raus“, stellte Bürgermeister Stefan Louis auf Anfrage dar. Womöglich ist dann schon zum Jahresende nichts mehr vom ehemaligen Bouser Schwimmbad-Komplex vorhanden.



Eine Zusammenstellung über die Geschichte der Bouser Bäderlandschaft findet sich in Alfred Schons „Bouser Chronographie“. Demnach öffnete vor 50 Jahren, am 15. März 1968, das Hallenbad. Das Freibad folgte am 28. Juni. Die gesamte Grundstücksfläche umfasste etwa 23 510 Quadratmeter. 1975 kam es zur Erweiterung, unter anderen mit einem gesonderten Nichtschwimmerbecken sowie einem Bäder- und Saunatrakt. 1990 und 1992 fanden Umbauten zu einem Freizeitbad statt. Jetzt gab es im Bouser Bad zusätzlich einen Whirlpool, ein Dampfbad und Sonnenbänke.

Zehn Jahre später war das Freibad zum letzten Mal geöffnet, am 15. Mai 2003 erfolgte die Schließung. Das hatte der Landkreis Saarlouis wegen zu hoher Verschuldung der Gemeinde Bous gefordert. Anderenfalls hätte es keine Genehmigung des Gemeindehaushaltes mehr gegeben. Der Gemeinderat beschloss daraufhin als Ersatz die ganzjährige Öffnung des Hallenbades. Aber nur zwei Jahre später, am 8. Juni 2005, wurde auch dieses geschlossen. Anderenfalls hätte die klamme Kommune keine Mittel aus einem Landesfonds bekommen. Dabei ging es um 500 000 Euro für Bous. Die Becken des Freibades wurden im April 2007 ausgegraben und abgerissen. Damals stand der Bau eines Seniorenheimes der CTS im Raum. Die entschied sich letztlich für das Haus Bergfriede als neuen Standort.

Der vollständige Abriss des Bäderkomplexes schaffe neue Möglichkeiten, verdeutlichte Bürgermeister Louis. Denn steigende Geburtenzahlen machten einen neuen Kindergarten für Bous notwendig. Vor einigen Jahren gingen Fachleute noch vom dauerhaften Schrumpfen der Bevölkerung aus. Vor einigen Jahren wurde der katholische Kindergarten St. Peter verkauft. Heute ist diese Anlage ein moderner Wohnkomplex. Von ehemals drei Kindergärten in Bous blieben nur noch das Kinderhaus auf der Mühlenscheib und die Kindertagesstätte St. Raphael.

Jetzt soll auf der Mühlenscheib ein weiterer Kindergarten entstehen. „Das Hallenbad steht auf einer Aufschüttung“, sagte Louis zu Eigenheiten des Standortes, „darunter ist eine Deponie“. Laut Gutachten befinde sich darin auch belastetes Material. Deshalb soll die Bodenplatte des Hallenbades stehen bleiben. Sie werde lediglich perforiert, damit Wasser versickern könne. „Der neue Kindergarten kommt weiter nach unten“, erklärt Louis. In Richtung der früheren Freibadbecken. Der genaue Standort werde noch ermittelt.

Sechs Gruppen sind vorgesehen. Je zwei für Krippenkinder, altersgemischte Gruppen sowie Kindergartenkinder. „Wir wollen den Kindergarten als Gemeinde betreiben“, sagte Louis. Dann wäre auf der Mühlenscheib alles in einer Hand. Damit habe die Gemeinde an dem Standort eine größere Flexibilität. Denn wenn die Geburten weiter steigen, erläuterte Louis, brauche man in einigen Jahren vielleicht wieder mehr Räume in der Grundschule. Die Investitionssumme gab Louis mit 3,5 Millionen Euro an. Dafür gebe es wohl Zuschüsse von etwa zwei Dritteln. Der Abriss des Hallenbades könne womöglich in den Herbstferien erfolgen, der Baubeginn für den Kindergarten im Frühjahr/Sommer 2019.