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Lost Place
Wo Generationen von Bousern schwimmen gelernt haben. . .

So sieht es heute im Bouser Hallenbad aus FOTO:
Bous. Das Bouser Hallenbad ist seit 13 Jahren geschlossen, das Freibad seit 15 Jahren. Aber auch wenn die letzten Spuren bald verschwinden sollen: Die Erinnerungen sind bei vielen noch da. Unsere 360-Grad-Bilder zeigen, wie es heute aussieht. Einfach anklicken, drehen und zoomen, um einen Gesamtblick zu erhalten. Von Barbara Scherer

50 Jahre wäre das Bouser Hallen- und Freibad in diesem Jahr geworden. Doch das Geburtstagskind liegt stumm da. Die Becken des ehemaligen Freibads sind schon längst verschwunden, das Hallenbad von Schutt und Graffiti übersät. Nun soll der alte Bau abgerissen werden. Der genaue Zeitpunkt dafür steht noch nicht fest, sagt Bürgermeister Stefan Louis, da zunächst noch eine Fachfirma hierfür gesucht werden müsse.


Wie viele Bouser hat Louis noch Erinnerungen daran, als das Schwimmbad geöffnet war: „Ich habe hier schwimmen gelernt, genauso wie meine Kinder“, erzählt der Bürgermeister, „zu Ostern habe ich einen Schwimmring bekommen, da war ich vier oder fünf.“ Auch auf Facebook haben viele Menschen ihre Erinnerungen kommentiert. „Da habe ich alle Schwimmabzeichen vom Seepferdchen bis zum Rettungsschwimmer gemacht“, schreibt eine Dame, eine andere erinnert sich an Babyschwimmen mit ihrem ersten Kind, eine dritte an den Schwimmunterricht in der Grundschule. Dass das Schwimmbad heute fast nur noch eine Ruine ist, tut vielen in der Seele weh.



Für Alexander Mansion, Hausmeister im Bouser Rathaus, war das Schwimmbad seinerzeit der Treffpunkt: „Ich habe hier meine Jugend verbracht. Wenn im Sommer das Wetter schön war, waren wir jeden Tag hier.“ Was ihm besonders im Gedächtnis geblieben ist, ist der Weg zum Schwimmbad: „Wenn ich mit dem Fahrrad gekommen bin, hat man schon die Geräuschkulisse gehört.“ Und nbach der Schließung? „Es ist, als würden keine Vögel mehr zwitschern.“

Ebenfalls im Gedächtnis geblieben ist ihm ein besonderes Angebot zu Fasching, an das sich auch Sylvia Müller aus Völklingen erinnert: „Ende der 90er durften wir, Grundschuler der Grundschule Bous, mit Nachthemd überm Badeanzug ins Nichtschwimmerbecken“, erzählt sie und ergänzt: „Das war so toll.“

Weiter zurück geht die Erinnerung von Gerhard Kallenborn, bei der er heute noch schmunzeln muss: „Von 1972 bis 1974 war ich als junger Polizist beim damaligen Polizeirevier in Bous bedienstet. Wenn es dienstlich vertretbar war, hatten wir alle 14 Tage die Möglichkeit, nachmittags unseren Dienstsport im Bouser Hallenbad auszuüben. Wir spielten in der Regel Wasserball für eine Stunde. Vor uns hatten die Nonnen des damaligen Bouser Klosters ‚ihren Dienstsport’. Das Bad war die für die Öffentlichkeit für diese Zeit gesperrt. Wir durften das erst Bad betreten, wenn auch die letzte Nonne den Umkleidebereich beziehungsweise das Gebäude verlassen hatte.“

Die 360-Grad-Aufnahmen stammen von Christian Schönemann/Pixelarbeiter.de.

So sieht es heute im Bouser Hallenbad aus FOTO: