1. Saarland
  2. Saarlouis
  3. Bous

Ballett, Kaspereien und Kapellen

Ballett, Kaspereien und Kapellen

Bous. "Schwer zu schätzen", überlegte Rainer Laschet, Koordinator der Gemeinde, am Sonntagabend im Festzelt zur Besucherzahl. Ringsum leerten sich nach und nach die Tische, über eine Leinwand auf der Bühne liefen Bilder der Bundestagswahl. "So acht- bis neuntausend Leute, würde ich sagen, waren in den drei Tagen hier

Bous. "Schwer zu schätzen", überlegte Rainer Laschet, Koordinator der Gemeinde, am Sonntagabend im Festzelt zur Besucherzahl. Ringsum leerten sich nach und nach die Tische, über eine Leinwand auf der Bühne liefen Bilder der Bundestagswahl. "So acht- bis neuntausend Leute, würde ich sagen, waren in den drei Tagen hier." Veranstalter Burkhard Schmidt schätzt etwa 10 000.

Mit kräftigen Schlägen eröffnete zwei Tage zuvor der obligatorische Fassanstich das sechste Oktoberfest am Einkaufszentrum. Bekannte Bands lockten Freitag- und Samstagabend die Massen ins Zelt. "Am Samstag mussten wir zeitweise den Zugang wegen Überfüllung sperren", schilderte Laschet den Andrang. Gegen drei Uhr wurde die letzte Runde eingeläutet, etwa um halb Vier waren Festzelt und Vorplatz leer.

Die einen liebten es zünftig mit einer Haxen und einer Maß Bier, andere blieben bei Rostwurst und Weck. 19 Bouser Vereine versorgten die Besucher des Oktoberfestes mit Essen vom Grill oder aus der Feldküche. Dazu spielten mittags und zum Frühschoppen Blaskapellen auf.

Straßenränder und Grünanlagen wurden zu Parkplätzen beim großen Ansturm am verkaufsoffenen Sonntag. Im Bouser Gewerbegebiet glänzte ein Automeer zwischen Discountern und Märkten unter blauem Himmel im Sonnenlicht. Im Einkaufszentrum gab es beispielsweise Zwetschgenkuchen im Dutzend oder Haareschneiden für einen guten Zweck.

"Es war ruhig", fassten Mitarbeiterinnen eines Bekleidungsgeschäftes im Ortsinnern zusammen. "Eigentlich lohnt sich das nicht." Wer kam, das seien Leute gewesen wie sonst auch. Ein paar Häuser weiter verwies ein geschlossenes Geschäft auf seine Filiale im Einkaufszentrum.

Auf dem Flohmarkt wurde verkauft, was das Kinderzimmer hergab. Gleich daneben herrschte Gedränge an der Riesenrutsche, während in einem Zelt der Kasper seine Aufwartung machte.

CD defekt? Kein Problem bei der Hampitania Bous. Das Orchester für das Männerballett ersetzte singend Trainerin Gerlinde Bauer. Damit ging auch der letzte Auftritt am Sonntag über die Bühne, als Bouser Sportler geehrt wurden.