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Bahnsteig soll endlich barrierefrei werden

Links neben der Unterführung des Bouser Bahnhofes soll ein Aufzug für Behinderte entstehen sowie ein weiterer als direkter Zugang zum Bahnsteig. Foto: Johannes A. Bodwing
Links neben der Unterführung des Bouser Bahnhofes soll ein Aufzug für Behinderte entstehen sowie ein weiterer als direkter Zugang zum Bahnsteig. Foto: Johannes A. Bodwing FOTO: Johannes A. Bodwing
Bous. Fünf Jahre nach Einweihung des modernisierten Bahnsteigs in Bous deuten sich Verbesserungen beim Zugang für behinderte Menschen an. Die Deutsche Bahn sieht Aufzüge vor, nachdem die erforderliche Anzahl an täglichen Fahrgästen erreicht wurde. Johannes A. Bodwing

Ein neuer Bahnsteig, aber für Behinderte nur schwerlich zu erreichen. So ist die Situation am Bouser Bahnhof seit einer Modernisierungsmaßnahme von 2009 bis 2011. Bous habe nur um die 800 Zu- und Aussteiger, erklärte im April 2009 Bahnhofsmanager Hartmut Fries von der Deutschen Bahn. Es müssten aber 1000 sein.


Und weil es solch strikte Vorgaben für die Fahrgastzahlen gebe, sei ein Fahrstuhl für Behinderte leider nicht machbar. Diese Aussage machte Fries damals bei der Vorstellung von Umbauplänen für den Bouser Bahnsteig. In deren Folge entstand ab August 2009 der 140 Meter lange rundum erneuerte Haltepunkt. Dieser wurde von 38 auf 55 Zentimeter angehoben für einen ebenerdigen Ein- und Ausstieg. Es gibt auch einen windgeschützten, verglasten Wartebereich mit Bänken. Die vormals dunkle Unterführung ist wesentliche heller geworden. Nach rund 18 Monaten Bauzeit wurden Bahnsteig und Unterführung im April 2011 eingeweiht. Aus ursprünglich geplanten Kosten von 1,5 Millionen Euro waren 1,9 Millionen geworden. Die Finanzierung trugen Bahn und Land.

Bei der Einweihung war bereits die Rede von etwa 900 Fahrgästen täglich. Später sei die Anzahl über die 1000er-Grenze gegangen, stellte Bürgermeister Stefan Louis auf Anfrage der SZ dar. Deshalb gebe es Pläne der Bahn, den Bouser Bahnsteig behindertengerecht auszubauen.

Dies bestätigte nun die Pressestelle der Deutschen Bahn in Frankfurt auf Nachfrage. Demnach werde Bous einen behindertengerechten Zugang erhalten. Dafür sei ein Aufzug von der Straßenseite her geplant. Dieser soll links neben der Unterführung entstehen. Ein zweiter Aufzug komme an das Ende der Unterführung nahe dem Aufgang zum Bahnsteig. "Wir sind allerdings noch nicht in die konkreten Planungen eingestiegen", hieß es weiter. "Nach dem derzeitigen Stand wird frühestens 2019 mit den Baumaßnahmen begonnen werden können." Das Investitionsvolumen betrage etwa zwei Millionen Euro und werde hauptsächlich über Landesmittel finanziert.