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Aschermittwoch nicht als Ende, sondern als Ausgangspunkt

Aschermittwoch nicht als Ende, sondern als Ausgangspunkt

Kreis Saarlouis. Heute ist Aschermittwoch. Laut Fastnachtsschlager der Tag, an dem alles vorbei ist. Im christlichen Sinne jedoch ein Tag des Beginns. Für Katholiken ist es der Beginn der Fastenzeit. In der katholischen Tradition ist der Bußgedanke an diesem Tag wichtig. Aschenkreuze sind ein Zeichen dafür. In der evangelischen Kirche hat der Aschermittwoch diese Inhalte nicht

Kreis Saarlouis. Heute ist Aschermittwoch. Laut Fastnachtsschlager der Tag, an dem alles vorbei ist. Im christlichen Sinne jedoch ein Tag des Beginns. Für Katholiken ist es der Beginn der Fastenzeit. In der katholischen Tradition ist der Bußgedanke an diesem Tag wichtig. Aschenkreuze sind ein Zeichen dafür.

In der evangelischen Kirche hat der Aschermittwoch diese Inhalte nicht. Wieso das so ist, und wie Protestanten die Zeit vor Ostern verstehen, darüber sprachen wir mit Pfarrerin Andrea Sattler aus Bous (Foto: see).

"In der evangelischen Kirche ist dieser Tag ebenfalls der Beginn. Für uns aber der Beginn der Passionszeit, nicht der Fastenzeit", erklärt Sattler. Das ist nicht nur ein begrifflicher Unterschied. Die Zeit, die jetzt anfängt, leitet zu Karfreitag und Ostern hin. Die Bibeltexte in Messe und Gottesdienst sind ähnlich, aber das Verständnis vom Fasten sowie des sich auf die Passion Christi Hinzubewegens unterscheiden sich.

"Das eine ist, dass ein Fasten nicht dem Ansehen der Menschen oder dem Ansehen bei den Menschen dienen sollte", sagt sie, "sondern es sollte sich auf Gott beziehen." Man solle nicht den Eindruck haben, man müsse sich etwas verdienen. Eine Haltung "je schlechter es mir geht, desto besser ist es", hält die Pfarrerin nicht für gut.

Nach lutheranischem Verständnis haben nämlich Buße und Umkehr weniger mit einer Selbstbestrafung zu tun. Das liegt in der Überzeugung begründet, dass Gott den Menschen liebt, so wie er ist. Sattler: "Es ist eher die Frage: Was läuft schief bei mir oder um mich herum? Gibt es Gründe zu sagen, da muss was anders werden?" Die Passionszeit wird so zur Vorbereitungszeit auf das Leiden Christi, "immer auch mit der Frage: Was hat das mit meinem Leben zu tun?", sagt sie.

Dass sich Menschen gut fühlen, wenn ihnen ein Verzichten gelingt, versteht Andrea Sattler. Aber das Schulterklopfen solle nicht der Sinn sein. "Eine Bedeutung für mich, für die Natur, für die Mitmenschen sind wichtiger", sagt sie. Ein gutes Beispiel sei das Autofasten, das beide Kirchen anregen.

Für Pfarrerin Andrea Sattler ist Aschermittwoch also der Beginn der Passionszeit. Das biblische Wort steht im Vordergrund, Besinnung auf dessen Botschaft. Sie genießt auf diesem spirituellen Weg die Passionsandachten mitten in der Woche als Ruhepunkte und erlebt so diese Zeit als Vorbereitung auf Karfreitag und Ostern.