Ab September ist Vollgas angesagt

Ab September ist Vollgas angesagt

Zwei Wochen nach seinem zweiten Platz beim Weltcup in Mexiko geht der für den TV Bous startende Triathlet Max Schwetz an diesem Sonntag bei der deutschen Meisterschaft an den Start. Bei den Titelkämpfen in Düsseldorf peilt der 24-Jährige erneut einen Podiumsplatz an.

"Kette rechts" - das werden die mitgereisten Fans an diesem Sonntag brüllen, wenn sich Maximilian Schwetz in Düsseldorf bei der deutschen Meisterschaft im Triathlon im Sprint-Wettbewerb mit der deutschen Elite misst. Bevor der 24 Jahre alte Ausdauer-Athlet vom TV Bous auf der 20 Kilometer langen Radstrecke im großen Gang in die Pedale tritt und beim abschließenden Fünf-Kilometer-Lauf seine letzten Kräfte mobilisiert, wird er 750 Meter durch das Hafenbecken kraulen und versuchen, möglichst wenig vom Rheinwasser zu schlucken. Die Durchfall-Gefahr dürfte beim gebürtigen Erlanger aber geringer sein als bei der Konkurrenz. "Ich komme ja vom Schwimmen. National konnte ich oben mitmischen, international hat es nicht gereicht", gibt Schwetz zu.

Nur zum Spaß hat Schwetz mal an einem Triathlon teilgenommen. "Und dabei bin ich geblieben. Ich war nach einem halben Jahr schon besser, als ich es im Schwimmen je geworden wäre", erzählt der Nationalkader-Athlet der Deutschen Triathlon-Union von seinen Anfängen in der Ausdauer-Sportart vor fünf Jahren. Beim Laufen hilft dem 1,84 Meter großen und 72 Kilogramm schweren Sportler sein Talent.

Beim Radfahren fehlt ihm noch Praxis. "Das lässt sich relativ leicht ändern, indem ich einfach mehr trainiere", erklärt Schwetz und lacht. Gut lachen hatte er auch vor zwei Wochen beim Weltcup in Mexiko, wo er im Sprintwettbewerb die Silbermedaille gewann. "Mein erster internationaler Podiumsplatz, den ich nicht erwartet habe. Darum ist der Erfolg umso schöner", sagt der 24-Jährige.

Die längere olympische Distanz (1,5 Kilometer Schwimmen/40 Kilometer Radfahren/10 Kilometer Laufen) liege ihm mehr. Aus Zeitgründen bereitete er sich in den vergangenen Monaten aber auf die Kurzstrecken vor. Grund: Sein Physik-Studium an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich, wo er wohnt und in Eigenregie trainiert. "So richtig gut bin ich im Triathlon erst nach der Anmeldung geworden. Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich mich vielleicht für ein anderes Fach entschieden", schmunzelt er. Wenn er nach den Abschlussprüfungen im kommenden August seinen Master in der Tasche hat, möchte sich Schwetz voll auf den Sport konzentrieren: "Im September wechsele ich an den Olympia-Stützpunkt nach Saarbrücken und werde dort dann vollprofessionell trainieren."

Einer seiner Mentoren ist Uwe Armbrüster vom TV Bous . Der Sportwart der Saarländischen Triathlon-Union (STU) warb Schwetz als Mitglied für seinen Heimatverein und kümmert sich seitdem um ihn. In der Schweizer Wahlheimat wird der Ausnahme-Sportler am 12. Juli für Deutschland in Genf bei der Europameisterschaft starten. Danach hat der Vollprofi in spe die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro im Visier. Doch die Vorbereitungszeit ist knapp. "Ich werde alles geben, aber nicht weinend in der Ecke liegen, wenn es nicht klappt", versichert Schwetz, der mit 24 Jahren im besten Triathlon-Alter ist. Vier Jahre später sei ein Olympia-Start realistischer: "Tokio ist mein großes Ziel."

Bis dahin will der deutsche Hoffnungsträger vom TV Bous am absoluten Limit trainieren, seine Form nach und nach steigern oder wie es Schwetz formuliert: "Hochschalten und Kette rechts."