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14 063 Straftaten im Landkreis Saarlouis

14 063 Straftaten im Landkreis Saarlouis

Saarlouis. Der Polizeibezirk Saarlouis hat in einer Pressekonferenz die Kriminalstatistik 2010 für den Landkreis vorgestellt. Insgesamt 14 063 Straftaten registrierten die Polizeidienststellen Saarlouis, Lebach, Dillingen und Bous im vergangenen Jahr. Insgesamt nahm die Zahl der Straftaten im Landkreis damit gegenüber dem Vorjahr um 0,8 Prozent ab, saarlandweit sank sie um 3,6 Prozent

Saarlouis. Der Polizeibezirk Saarlouis hat in einer Pressekonferenz die Kriminalstatistik 2010 für den Landkreis vorgestellt. Insgesamt 14 063 Straftaten registrierten die Polizeidienststellen Saarlouis, Lebach, Dillingen und Bous im vergangenen Jahr. Insgesamt nahm die Zahl der Straftaten im Landkreis damit gegenüber dem Vorjahr um 0,8 Prozent ab, saarlandweit sank sie um 3,6 Prozent. Betrachtet man die Straftaten im Zehnjahresvergleich, zeigen sich keine gravierenden Schwankungen.Erfreulich für die Polizei: Die Aufklärungsquote im Landkreis stieg 2010 um 4,7 Prozent auf 57,1 Prozent. "Darauf sind wir schon ein bisschen stolz, das ist fast zwei Prozent über dem Landesdurchschnitt", sagte der Erste Polizeihauptkommissar Klaus Ney, der die Statistik erläuterte.

Immer mehr Einbrüche

Den weitaus größten Anteil an der Gesamtzahl der Straftaten stellen dabei die 4728 Diebstähle im Landkreis. Darunter waren auch 278 Wohnungseinbrüche mit Diebstahl, drei mehr als im Vorjahr, bei gesunkener Aufklärungsquote. "Wir haben es meist mit gut organisierten, überregional arbeitenden Tätern zu tun", erklärte der Erste Kriminalhauptkommissar Rainer Gitzinger. Zwar gebe es nach wie vor Gelegenheitsdiebstähle von Tätern aus dem Ort. "Aber die Zahl der Tageseinbrüche ist seit Jahren ansteigend", meinte Gitzinger. Den organisierten und geübten Einbrechern seien die Taten oft schwer nachzuweisen, weil sie kaum Spuren hinterlassen und vor allem Bargeld und Schmuck klauen, der schnell wieder umgesetzt wird, erklärte Gitzinger.

Der einfache Taschendiebstahl stieg 2010 im Landkreis um eindrucksvolle 60,5 Prozent an. Auch hierfür gibt es eine Erklärung: Im vergangenen Jahr habe sich eine Tätergruppe, eine bulgarische Familie, in der Saarlouiser Altstadt angesiedelt, um von da aus über den Landkreis hinaus zu operieren. Drei Täterinnen kamen schließlich in Untersuchungshaft, sie seien jetzt weggezogen. "Der Anstieg ist fast gänzlich dieser Tätergruppe zuzuordnen", erklärte Gitzinger.

Betrug im Internet steigt an

Die zweithäufigste Straftat fällt in den Bereich Vermögens- und Fälschungsdelikte, der um insgesamt 20,5 Prozent zulegte - ein bundesweiter Trend. "Hier hatten wir auch eine Besonderheit", berichtete Ney, "alle vier Dienststellen waren mit einer Serie belastet." 900 Fälle von Waren- und Warenkreditbetrug verzeichneten die Beamten im Landkreis, rund 300 mehr als 2009: "Bestellen und nicht bezahlen oder aber bezahlen lassen und nicht liefern", erklärte Ney, sind dabei die häufigsten Formen des Internetbetrugs. Auch das so genannte Phishing, der Missbrauch von Kreditkarten durch das Ausspionieren der Geheimzahl, nehme zu - nicht zuletzt dank der ausgefeilten Technik, über die auch Betrüger verfügen.

Gewalt und Vandalismus

Insgesamt 2319 Sachbeschädigungen wurden 2010 angezeigt. Die drei häufigsten Bereiche: Graffiti, Vandalismus nach Alkoholkonsum und an Autos. Auch wenn die Aufklärungsquote hier um 10,5 Prozent gestiegen ist, konnten über zwei Drittel der Fälle nicht geahndet werden. Graffiti und Schmierereien wurden in 586 Fällen angezeigt, hauptsächlich in den Städten Saarlouis und Lebach.

Ein großer Teil der Straftaten zählt zum Bereich Rohheitsdelikte: 1372 Körperverletzungen gehören dazu, ebenso alle Fälle von häuslicher Gewalt. "Mit 88 Prozent ist die Aufklärungsquote hier sehr hoch, weil die Opfer die Täter oft kennen", betonte Ney. Die Zahl der Körperverletzungen hat im Vergleich zum Vorjahr um 3,8 Prozent zugenommen.

Die Altstadt sicherer machen

Ein Brennpunkt ist nach wie vor die Saarlouiser Altstadt. "Wir sind hier massiv präsent, auch mit zivilen Kräften, dazu kommt der Sicherheitsdienst der Stadt", betonte Gitzinger. Durch diese Präsenz erhelle sich auch die Dunkelziffer: 24,2 Prozent mehr Körperverletzungen (514 Fälle) kamen so bei der Polizei Saarlouis zur Anzeige. Gitzinger: "Unser langfristiges Ziel ist es, die Altstadt insgesamt sicherer zu machen."

Im Bereich der häuslichen Gewalt wurden 472 Fälle angezeigt, deutlich mehr als in den Vorjahren. Es gäbe jedoch nicht mehr Straftaten, sondern es würden mehr Fälle angezeigt, von den Opfern selbst oder zunehmend auch von Nachbarn, erklärte Gitzinger: "Ich glaube, dass tatsächlich die Zahl der Fälle zurückgegangen ist."

Auch 50 Fälle von Widerstand gegen die Staatsgewalt verzeichnet die Kriminalstatistik 2010 und damit einen leichten Anstieg entgegen dem saarlandweiten Rückgang: "In elf Fällen wurden Kollegen verletzt", sagte Ney. Die Übergriffe geschahen meist im alltäglichen Dienst, oft wenn die Polizisten mit den Tätern im Streifenwagen saßen, und fast immer war Alkohol im Spiel.

Hintergrund

Die Häufigkeitszahl, die Anzahl der bekannt gewordenen Straftaten - hochgerechnet auf 100 000 Einwohner - macht die Kommunen untereinander vergleichbar.

Die Gefahr, im Saarland Opfer einer Straftat zu werden, ist demnach in Saarlouis am zweithöchsten, die Stadt steht in der landesweiten Rangfolge gleich hinter Saarbrücken, auf Platz 3 folgt Dillingen, auf Platz 6 Lebach. Das Saarland liegt aber mit seiner Häufigkeitszahl immer noch unter dem Bundesdurchschnitt. nic