Bilanz des Klimaschutzes in der Stadt Saarlouis von Horst Rupp

Klimaschutz : Ein Drittel weniger Energieverbrauch

Im langwierigen und oft abstrakt erscheinenden Geschäft des Klimaschutzes hat jetzt der Klimaschutzmanager der Stadt Saarlouis, Horst Rupp, erstmals Zahlen präsentiert.

Die Fraktionen von CDU und Grünen hatten dies beantragt. Danach hat sich durch gezielte Maßnahmen der Energieverbrauch von 16 700 Megawattstunden (Mwh, Stand 2010) auf 10 600 (2018) verringert. Das bedeutete laut Rupp, dass die Stadt für eine Reduktion des Ausstoßes an Kohlendioxid von 6140 auf 3801 Tonnen pro Jahr gesorgt hat.

Finanziell sei das schwer darstellbar, weil in der Zwischenzeit die Energiepreise gestiegen seien. Beispiel: Die Stadt verbrauchte im Vergleich zu 2015 rund 218 000 Kilowattstunden weniger Fernwärme. Wegen der Preiserhöhung habe man aber dennoch 21 000 Euro mehr bezahlt.

Die Basis für den Klimaschutz, den die Stadt betreibt, bildet der Beschluss des Stadtrates von 2010, eine so genannte Null-Emissions-Stadt zu werden. Die Wege dahin sind in einem Klimaschutzkonzept umrissen. So wurden auf sieben Gebäuden Photovoltaik-Anlagen montiert, weitere sollen folgen. Die bestehenden Anlagen lieferten 2018 rund 2,6 Millionen Kilowattstunden. Das entspricht laut Rupp einer Einsparung von 1250 Tonnen Kohlendioxid. Die Anlage auf dem Rathaus habe trotz Fremdfinanzierung 2400 Euro Gewinn pro Jahr gemacht.

Einen dicken Batzen Einsparung von 260 000 Euro im Jahr bringt die (vom Bund bezuschusste) Umstellung der Straßenbeleuchtung von Quecksilberdampflampen auf LED. 614 Tonnen weniger Kohlendioxid habe das zudem bedeutet. Der Austausch geht laut Rupp weiter voran.

Immerhin 38 400 Euro hat das Modellprojekt Biomassefeuerungsanlage dem Neuen Betriebshof gebracht. Sie nutzt den Grünschnitt der Deponie Lisdorf. Mit 28 000 Euro Ersparnis rechnet Rupp, wenn das zweite Modellprojekt läuft: Methangas aus dem Inneren der Mülldeponie Lisdorf soll aufgefangen und zu den Grundschulen im Vogelsang und in Beaumarais gebracht wird. Damit sollen 147 Tonnen Kohlendioxid gespart werden.

Grünen-Fraktionschef Gabriel Mahren nannte die Zwischenbilanz eine „tolle Entwicklung“, Oberbürgermeister Peter Demmer nannte sie „beeindruckend“.