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Gruppe aus Saarlouis bei der Übergabe des Lektionars dabei
„Das Wort Gottes will zu jeder Zeit verkündet werden“

Auch eine Frauengruppe aus Saarlouis war in Trier dabei.
Auch eine Frauengruppe aus Saarlouis war in Trier dabei. FOTO: Dominik Holl / Bistum Trier
Trier/Saarlouis.  Seit dem ersten Advent gilt für die katholischen Gottesdienste das neue Lektionar – also das Buch mit den Schriftlesungen aus der Bibel für den Gottesdienst, das nun die neue Einheitsübersetzung der Bibel von 2016 verwendet. red

Bei einer Übergabe-Feier in Trier hat Bischof Dr. Stephan Ackermann den nun erschienenen ersten Band an rund 800 Lektorinnen und Lektoren sowie Ehrenamtliche aus den Gemeinden des Bistums überreicht. Die Frauen und Männer waren in der ehemaligen Reichsabtei Sankt Maximin zusammengekommen, um sich von Professor Hans-Georg Gradl von der Theologischen Fakultät Trier und Pfarrer Dr. Marius Linnenborn, Leiter des Liturgischen Instituts, über Änderungen und Neuerungen informieren zu lassen.


Das neue Lektionar verwendet die Texte aus der neuen deutschen Einheitsübersetzung der Bibel von 2016. Welche Änderungen oder Neuerungen es im Vergleich zur alten Einheitsübersetzung von 1979 gibt, veranschaulichte Professor Gradl an einigen Beispielen. So habe man zunächst einmal offensichtliche Übersetzungsfehler ausgemerzt: Früher habe es geheißen‚ David war blond, nun heiße es, er war „rötlich“. Bei einem bereits blind geborenen Mann, den Jesus heilte, hieß es früher ‚ „ich konnte wieder sehen“, nun heiße es, „ich konnte sehen“. Jahwe habe man durch Herr ersetzt, da auch die Juden den Namen Gottes nie aus-
sprachen. Außerdem habe man sich sprachlich nun wieder enger an den Originaltexten aus dem Hebräischen und Griechischen orientiert.

Bei allem, was die Gläubigen im Bistum derzeit umtreibe, bleibe die Kirche doch letztlich vor allem eines: „Das Wort Gottes zu verkünden und sich darüber auszutauschen. Da baut der Herr seine Kirche auf, auch in heutiger Zeit.“
Am Ende des Gottesdienstes überreichte Ackermann dann Lektionare an die Vertreter der Pfarreiengemeinschaften. Unter den in Sankt Maximin versammelten Lektoren und Lektorinnen war auch die 90-jährige Johanna Schwinning aus Musweiler in der Pfarreiengemeinschaft Großlittgen, die schon seit über 45 Jahren als Lektorin und Kommunionhelferin engagiert ist. Auch eine Gruppe von Lektorinnen, die sich im DRK-Krankenhaus Saarlouis ehrenamtlich engagieren, war nach Trier gekommen.



„Wir wollten uns informieren, um auf dem neuesten Stand zu sein“, sagte Margit Bohr. Sie findet den Lektorendienst sehr wichtig, da hier ein Bezug zur „Basis“ der Gläubigen bestehe, wenn Laien im Gottesdienst aktiv eingebunden seien und das Wort Gottes verkünden.