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Arbeitsmarktbericht für den Kreis Saarlouis: Arbeitslosenquote steigt im Juli auf fünf Prozent

Arbeitsmarktbericht für den Kreis Saarlouis : Arbeitslosenquote steigt im Juli auf fünf Prozent

Die Agentur für Arbeit zählte im Juli 5302 Arbeitslose im Kreis Saarlouis. Die Zahl der gemeldeten Stellen ging zurück.

„Die schwächere konjunkturelle Entwicklung hinterlässt ihre Spuren auf dem Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosigkeit ist im Juli angestiegen, die Zahl der gemeldeten Stellen geht auf hohem Niveau zurück“: So kommentiert Jürgen Haßdenteufel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit im Saarland, die Zahlen des Arbeitsmarktberichtes für den Landkreis Saarlouis im Juli.

In diesem Monat gab es demnach 5302 Arbeitslose, das bedeutet ein Plus von 345 Personen beziehungsweise sieben Prozent mehr als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren bei der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter 219 beziehungsweise 4,3 Prozent mehr Arbeitslose gemeldet. Die Arbeitslosenquote stieg von 4,7 Prozent im Juni auf 5 Prozent – 0,2 Prozentpunkte über dem Wert des Vorjahresmonats.

Zu den Zahlen im Einzelnen: In Bezug auf die Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung teilt die Agentur mit, dass die Zahl der Arbeitslosen im Juli um 503 auf 2464 angestiegen ist, das waren 562 mehr als vor einem Jahr (plus 29,5 Prozent). Bei den Jüngeren unter 25 Jahren erhöhte sich die Arbeitslosigkeit seit Juni um 118 auf 384 – 126 mehr als vor einem Jahr. In der Altersgruppe 50plus waren 893 Personen arbeitslos gemeldet, 112 mehr als im Juli des Jahres 2018.

Zur Entwicklung in der Grundsicherung heißt es, dass beim Jobcenter im Kreis Saarlouis die Arbeitslosigkeit im Juli gesunken ist (minus 158 auf 2838). Damit lag sie um 343 unter dem Vorjahreswert. Jugendarbeitslosigkeit sei im Bereich der Grundsicherung nicht in nennenswertem Umfang vorhanden. 874 von Arbeitslosigkeit Betroffene waren 50 Jahre und älter. Ihre Zahl reduzierte sich gegenüber dem Vorjahr um 92. Mehr als die Hälfte der beim Jobcenter registrierten Arbeitslosen ist gleichzeitig auch langzeitarbeitslos, also bereits länger als ein Jahr gemeldet. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen betrug im Juli 1426 (gegenüber dem Vorjahr ein Rückgang um 4,3 Prozent).

Auch auf die Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit) geht der Bericht ein. „In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik oder in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus sind“, heißt es zur Definition. Die Unterbeschäftigung lag demnach im Kreis im Juli mit 7791 Personen um 1,2 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Der Anteil der Arbeitslosen an der Unterbeschäftigung betrug 68,1 Prozent.

Unternehmen der Region haben im Juli 436 Stellen zur Besetzung gemeldet, 105 weniger als im Juni und 99 weniger als im Vorjahresmonat. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Rückgang um 18,5 Prozent. Aktuell stehen 2024 freie Jobs zur Besetzung zur Verfügung, unter anderem in der Zeitarbeit, im Gesundheits- und Sozialwesen, im Verarbeitenden Gewerbe und im Handel.

Gute Nachrichten derweil für die, die am Anfang ihres Berufslebens stehen: Es warten noch fast 480 Ausbildungsstellen auf ihre Besetzung, teilt die Agentur mit. Am häufigsten gesucht werden unter anderem Azubis zum/zur Kaufmann/-frau im Einzelhandel (41), Verkäufer/in (20) oder Kaufmann/-frau – Büromanagement (17). Am statistischen Zähltag im Juli waren noch 202 Jugendliche unversorgt, heißt es weiter.

 Mit Blick auf die aktuellen Zahlen für den Kreis spricht die Agentur für Arbeit von einer „Eintrübung des Arbeitsmarktes“.
Mit Blick auf die aktuellen Zahlen für den Kreis spricht die Agentur für Arbeit von einer „Eintrübung des Arbeitsmarktes“. Foto: dpa/Sebastian Gollnow

Seit Beginn des Ausbildungsjahres im Oktober suchten insgesamt 722 junge Menschen eine Lehrstelle über die Arbeitsagentur, 126 weniger als vor einem Jahr (minus 14,9 Prozent). Gleichzeitig wurden 1449 Ausbildungsstellen gemeldet, 37 weniger als im Vorjahreszeitraum.