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Ab wann darf wieder gespielt werden?

Kostenpflichtiger Inhalt: Tennisvereine im Kreis Saarlouis ratlos : Der Ball liegt bei der Landesregierung

In Rheinland-Pfalz wird längst wieder gespielt, im Saarland sind die Tennisplätze dagegen gesperrt und dürfen teilweise nicht einmal für die Saison vorbereitet werden. Das sorgt bei den Vereinen für Ärger und Unverständnis.

Die Sonne scheint. Draußen herrscht ideales Tenniswetter. Auch die Spieler sind bereit. Doch die Allgemeinverordnung, mit der die saarländische Landesregierung die Ausbreitung des Coronavirus verlangsamen möchte, hat den Tennisfreunden im Saarland einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht. Die SZ hat sich bei den Vereinen in den Kreisen Saarlouis und Merzig-Wadern umgehört und ein Stimmungsbild eingefangen.

Der TC Honzrath fiebert der Wiederaufnahme des Spielbetriebs entgegen, wie die 1. Vorsitzende Birgit Lauer sagt: „Wir warten sehnlichst auf die Freigabe, die Plätze wieder benutzen zu dürfen.“ Sie stellt heraus, dass der Verein einiges in die Präparierung der Plätze investiert habe: „Unsere Plätze wurden für den Spielbetrieb von einer Firma hergerichtet. Wir haben dafür einen nicht unerheblichen Betrag aus der Vereinskasse zahlen müssen.“ Lauer spricht sich für eine baldige Platzfreigabe aus: „Wie wir alle wissen, ist Frischluft gut für die Abwehrkräfte und aktiviert das Immunsystem.“ In Honzrath kann der Vorstand im Zuge der Corona-Krise nur noch per Telefon miteinander kommunizieren.

Der TC Rehlingen muss ebenso neue Wege gehen. Jörg Brossette, der 1. Vorsitzende, berichtet gegenüber der SZ von Vorstandssitzungen über Zoom und Skype. Außerdem sei der Verein auf den Neustart der Saison vorbereitet: „Die Tennisplätze sind seit 14 Tagen gemacht. Wir könnten morgen mit dem Spielbetrieb loslegen“, strahlt Brossette Optimismus aus.

Auch beim TC Perl herrscht Zuversicht. Die Vorbereitung auf den Spielbetrieb laufe zwar etwas schleppend, aber der 1. Vorsitzende Klaus-Jörg Arweiler bleibt trotzdem optimistisch: „Wir gehen davon aus, dass der Verein aus der Krise eher gestärkt hervorgehen wird.“ Dass sich der TC in einer guten Liquiditätslage befindet, wie Arweiler berichtet, trägt sicherlich zu dieser zuversichtlichen Haltung bei. Allerdings ist auch er nicht sorgenfrei: „Wir sind jedoch etwas verunsichert, wie es in den nächsten Monaten weitergehen wird.“

Dem TC Bous ergeht es derzeit ähnlich. Zwar zähle der Verein zu denjenigen, denen es in finanzieller Hinsicht gut gehe, sagt der 1. Vorsitzende Günter Michel. Die bange Frage aber sei: „Wie lange hält die Corona-Krise noch an?“ So fallen Turniere – und damit Einnahmen – aus. Zudem sei es nicht sicher, dass die von der Krise betroffenen Sponsoren ihr Engagement aufrechterhalten könnten. Hinzu kämen Platzprobleme: „Wir können die Plätze nicht instand setzen.“ Auch eine Anfrage bei der Gemeinde Bous sei nicht von Erfolg gekrönt gewesen. Michel empfindet die derzeitige Krise daher als „Ausbremsung“.

Denn zuständig sind letztlich die Ortspolizeibehörden vor Ort. Und die entscheiden unterschiedlich: „Es besteht ja kein Betretungsverbot für die Plätze. Insofern ist die Herrichtung erlaubt, wenn sie beispielsweise von zwei Personen mit dem entsprechenden Abstand gemacht wird. Es darf nur keine anschließende Grillparty mit zehn Leuten geben.“ So sieht es Joachim Meier, der Präsident des saarländischen Tennisbundes.

Doch auch der TC Beckingen muss sich mit Platzproblemen herumschlagen. Der Verein sah sich nämlich laut der 1. Vorsitzenden Claudia Faust-Helmer dazu gezwungen, die Platzpräparierung zu stoppen. Zwar bestehe kein Mangel an ehrenamtlichen Helfern, doch die Allgemeinverordnung verbiete es. Faust-Helmer betont, dass Mitglieder und Aktive mit den Hufen scharrten: „Ich bekomme immer wieder Anrufe, wann es endlich losgeht.“ Sie hofft daher, dass ab dem 4. Mai aufgeschlagen werden kann.

Gertrud Grosch-Wolf, die 1. Vorsitzende des TC Lebach, wünscht sich ebenfalls einen zügigen Neustart – bis spätestens Mitte Mai. Die Präparierung der Plätze laufe zwar normal ab, aber ansonsten ruhten die Vereinsaktivitäten fast vollständig. Ähnliches lässt sich für den Saarlouiser Tennisclub (STC) Blau-Weiß sagen. Laut dem Vorsitzenden Fred Becker warteten die Aktiven „sehnsüchtig auf den Start der Saison“, so Becker. Der STC sei auf die Wiederaufnahme des Spielbetriebs vorbereitet: „Unsere Plätze sind seit dem 7. April fertiggestellt und spielbereit.“

Beim TC Schmelz sind die Tennisplätze ebenfalls spielbereit, wie der 1. Vorsitzende Jörg Scherer der SZ mitteilt. Er hofft, dass die saarländische Landesregierung dem Beispiel von Rheinland-Pfalz folgt und möglichst bald eine kontrollierte Nutzung der Tennisanlagen erlaubt. Allein schon aus Gründen der Chancengleichheit: „Da wir mit Teams aus Rheinland-Pfalz in der Liga im Wettbewerb stehen, wäre dies auch sportlich fair.“ Überhaupt hat er kein Verständnis für das derzeit bestehende Verbot: „Tennis ist ja grundsätzlich ein Individualsport – und in den Freiluft-Anlagen kann die Einhaltung der Abstandsregeln gewährleistet werden.“

Auch Birgit Kremmer spricht sich für die Wiederaufnahme des Spielbetriebs aus. Die 1. Vorsitzende des TC Merzig stellt heraus, dass es sich bei Tennis um eine Sportart handelt, die im Freien mit viel Abstand ausgeübt werde. Sie erklärt, dass sowohl Spieler als auch Plätze bereit für den Neustart seien: „Der Verein hat elf Plätze sowie zwei Midfeld-Plätze, die plangemäß durch eine Firma hergerichtet wurden. Alle würden gerne spielen.“ Immerhin kann der Verein in diesen schwierigen Zeiten auf die Solidarität seiner Mitglieder zählen. Diese verzichten laut Kremmer größtenteils darauf, Rückforderungen zu stellen.