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15 Monate nach Rekordbeben sind die meisten Schäden reguliert

15 Monate nach Rekordbeben sind die meisten Schäden reguliert

Saarwellingen. Ein Jahr und drei Monate nach dem Rekord-Grubenbeben vom 23. Februar ist offenbar Ruhe eingekehrt bei der Schadensregulierung. Das legt eine Bilanz der in erster Linie betroffenen Gemeinde Saarwellingen und des Bergbau-Unternehmens RAG Deutsche Steinkohle nahe. "Die Gemeinde hatte 2008 an die 800 Schadensmeldungen aufgenommen und an die RAG weitergeleitet

Saarwellingen. Ein Jahr und drei Monate nach dem Rekord-Grubenbeben vom 23. Februar ist offenbar Ruhe eingekehrt bei der Schadensregulierung. Das legt eine Bilanz der in erster Linie betroffenen Gemeinde Saarwellingen und des Bergbau-Unternehmens RAG Deutsche Steinkohle nahe. "Die Gemeinde hatte 2008 an die 800 Schadensmeldungen aufgenommen und an die RAG weitergeleitet. Nur 20 bis 25 haben sich gemeldet, dass es bei der Regulierung hakt", sagte Bürgermeister Michael Philippi jetzt der SZ. Da müsse er annehmen, es funktioniere, sonst hätten mehr im Rathaus um Hilfe gebeten. "Es gibt die eine oder andere punktuelle Klemme", räumte er ein, "die sprechen wir bei regelmäßigen Treffen mit der RAG an."Axel Schäfer, Leiter der RAG-Schadensregulierung im Saarland, blickt zurück: "Wir haben bisher rund 8800 Meldungen, wobei es mehrere Meldungen zu einem Objekt geben kann. Wir bekommen pro Woche noch ein halbes Dutzend Schadensmeldungen, die sich auf die Erschütterung vom 23. Februar 2008 beziehen. Auch späte Meldungen lehnen wir nicht ab, sondern nehmen die Schäden in Augenschein und schicken Gutachter raus: im Zweifel auch nach Rheinland-Pfalz und Lothringen." Die Zahlen schlüsselt er so auf: In 7500 Fällen sei man sich bereits einig. In weiteren 500 Fällen hätten die Hauseigentümer sich Bedenkzeit erbeten, nachdem Gutachten und Stellungnahmen vorlagen. Die restlichen Fälle seien in der Bearbeitung. "150 echt offene Fälle haben wir noch auf dem Tisch, die zum Teil erst in jüngerer Zeit gemeldet wurden", sagt Schäfer.Meistens unter 1500 EuroMehr als 11 000 Zahlungsanweisungen für (Teil-)Arbeiten zur Schadensbehebungen oder Ausgleichszahlungen habe die RAG gegeben, so dass diese als erledigt gelten können. In mehr als 60 Prozent der Fälle habe die Schadensregulierung unter 1500 Euro gelegen. Die größten Reparaturen fielen an der Pfarrkirche St. Blasius mit 400 000 Euro an. Die Gesamtschadenssumme durch das Rekordbeben taxiert die RAG auf zehn Millionen Euro. Abgelehnt habe die RAG nur 280 Fälle, rund 3,2 Prozent, sagt Schäfer, "das zeigt: Keiner hat versucht, die Erderschütterung mit falschen Meldungen auszunutzen." Der Bergwerksdirektor Friedrich Breinig ergänzt, weniger als 40 Fälle, 0,4 Prozent aller Schadensmeldungen, seien vor der Schlichtungsstelle gelandet.