Saarlouis verliert Handball-Top-Talent

Saarlouis/Völklingen. Die HSG Völklingen greift an. Dass die B-Jugendmannschaft in der höchsten deutschen Jugend-Handball-klasse, der Regionalliga West, sehr erfolgreich ist, ist nichts Neues. Zur Winterpause steht die Mannschaft der Trainer Uwe Kunkel und Ralf Quarz ungeschlagen mit 19:1 Punkten auf Rang eins

 Früher nur in der Auswahl vereint, jetzt spielen sie zusammen für die HSG Völklingen: Neuzugang Davide Servello (links) mit seinen Teamkollegen: Peter Resch und Yves Kunkel. Foto: Wieck

Früher nur in der Auswahl vereint, jetzt spielen sie zusammen für die HSG Völklingen: Neuzugang Davide Servello (links) mit seinen Teamkollegen: Peter Resch und Yves Kunkel. Foto: Wieck

Saarlouis/Völklingen. Die HSG Völklingen greift an. Dass die B-Jugendmannschaft in der höchsten deutschen Jugend-Handball-klasse, der Regionalliga West, sehr erfolgreich ist, ist nichts Neues. Zur Winterpause steht die Mannschaft der Trainer Uwe Kunkel und Ralf Quarz ungeschlagen mit 19:1 Punkten auf Rang eins. Sie ist auf dem besten Weg, sich für die südwestdeutschen Meisterschaften zu qualifizieren. Aber sie will noch viel mehr. Und dafür hat die HSG Völklingen jetzt das Top-Talent Davide Servello aus Saarlouis verpflichtet.

Titelträume in Völklingen

Die Wahrscheinlichkeit, dass sich die HSG Völklingen für die deutsche Meisterschaft qualifiziert, ist hoch. Vier Mannschaften aus dem Südwesten (zwei aus der West-Staffel mit der HSG Völklingen, zwei aus der Ost-Staffel) spielen die südwestdeutschen Meisterschaften aus. Davon nehmen wiederum die besten zwei Mannschaften an den deutschen Meisterschaften teil. Anfang November suchte Uwe Kunkel, gleichzeitig Vorsitzender der HSG, den Kontakt zum Saarlouiser B-Jugendspieler Davide Servello. "Unser Ziel war, die B-Jugend für die deutschen Meisterschaften zu verstärken", setzt Kunkel hohe Ziele.

Mit Davide Servello kommt nun ein saarländischer Auswahlspieler nach Völklingen, der auch schon auf Sichtungslehrgängen des Deutschen Handball-Bundes (DHB) war - gemeinsam mit den Völklinger Yves Kunkel oder Peter Resch. "In Saarlouis habe ich in der A-Jugend gespielt. Aber weil ich 1994 geboren bin, darf ich noch B-Jugend spielen", erklärt Servello, "allerdings ist die Lage in Saarlouis eher unglücklich".

Die Saarlouiser B-Jugend spielt momentan nur in der Oberliga, die A-Jugend liegt in der Regionalliga mit nur einem Sieg auf dem letzten Platz. "Und ich will mich im Handball weiterentwickeln", begründet der 16-jährige Servello seine Entscheidung für Völklingen, "das Team hat gute Chancen bei den südwestdeutsche Meisterschaft und danach. Und so etwas erlebt nicht jeder".

Wirklich leicht fiel ihm die Entscheidung allerdings nicht. Insbesondere, weil sein Wechsel mitten in der Saison stattfindet. Ab dem 14. Januar wird Servello für die HSG Völklingen spielberechtigt sein. Beim Topspiel am kommenden Samstag um 15.30 Uhr in der Hermann-Neuberger-Halle gegen die SG Wallau wird Servello also noch zuschauen müssen.

Kein Problem mit Kreuser

"Während der Saison, das mache ich eigentlich nicht gern", seufzt der Handballer: "Ich habe eigentlich lieber einen sauberen Abschluss am Ende der Saison." Doch das Saarlouiser Umfeld konnte sein Handeln nachvollziehen. "Mit den anderen Spielern gab es sowieso keine Probleme. Manche waren vielleicht etwas enttäuscht, dass der Wechsel während der Saison stattfindet", meint Servello, "mit unserem Trainer Berthold Kreuser hatte ich nie ein Problem. Er war mit der Entscheidung einverstanden".

Mit dem Training in Völklingen ist Servello bislang mehr als zufrieden. Viele Spieler kennt er aus der Saarauswahl, im Training herrsche "ein ganz anderes Niveau", findet er: "Wir trainieren auch mit der ersten Herrenmannschaft zusammen und spielen manchmal gegen sie." Davide Servello ist optimistisch, seine persönlichen Ziele in Völklingen verwirklichen zu können. "In diesem Jahr würde ich gerne noch mal zu einem Lehrgang für die Nationalmannschaft kommen", hofft er, denkt aber eher an die zeitnahen Aufgaben - vor allem mit seinem neuen Team: "Mit der Mannschaft will ich erstmal Regionalliga-Meister werden - am besten, ohne weitere Punkte abzugeben. Und später will ich dann am besten zum Final Four um die deutsche Meisterschaft kommen."

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