1. Saarland

"Saarlouis? Oh Gott, das wäre großartig"

"Saarlouis? Oh Gott, das wäre großartig"

Saarlouis. Ein wenig verloren kam sich Jana Basten (Foto: rup) schon vor, mitten unter den Bundesliga-Spielerinnen der Saarlouis Royals. Als sich die Mannschaft in ihrer Kabine auf das Heimspiel gegen den SV Halle (83:66, wir berichteten) vorbereitete, durfte sie das alles hautnah erleben

Saarlouis. Ein wenig verloren kam sich Jana Basten (Foto: rup) schon vor, mitten unter den Bundesliga-Spielerinnen der Saarlouis Royals. Als sich die Mannschaft in ihrer Kabine auf das Heimspiel gegen den SV Halle (83:66, wir berichteten) vorbereitete, durfte sie das alles hautnah erleben. Die 18-Jährige hatte beim SZ-Gewinnspiel "Besser als Weihnachten" einen Nachmittag als Co-Trainerin bei den Saarlouiser Basketballerinnen gewonnen. Oder besser gesagt: Walter Salina aus Limbach bei Schmelz, ein Freund der Familie, hatte angerufen und gewonnen. Er schenkte Jana den Preis. "Ich wusste davon überhaupt nichts. Auf einmal rief er an und fragte, ob ich nicht Lust hätte, die Royals hautnah zu erleben. Aber die Frage musste ich gar nicht mehr beantworten", erzählt Jana aufgeregt. Sie kommt aus Wittlich und ist selbst Basketballerin - in der Regionalliga spielt sie für MJC Trier. Dort ist sie die beste Werferin ihrer Mannschaft. Und sie hat auch schon mal gegen eine Spielerin der Royals gespielt: Kelly Brugman läuft ab und zu für den Saarlouiser Kooperationspartner ATSV Saarbrücken auf. Auch gegen Trier. "Die hat mich unheimlich gefordert, das war richtig schwer", erinnert sich Jana. Da war sie schon froh, dass sie dieses Mal an der Seite der Holländerin auf der Bank sitzen durfte. Doch was sie dort erlebte, war dennoch alles andere als ein ruhiger Nachmittag. Vor dem Spiel sagte sie noch, wie sympathisch Trainer René Spandauw rüberkomme. Während des Spiels war davon nicht mehr viel zu erkennen, denn der Holländer tobte eine Halbzeit lang wie ein Derwisch an der Seitenlinie entlang und war überhaupt nicht zufrieden. Man merkte ihm an, wie wichtig das Spiel war, schließlich ging es um Platz eins nach der Bundesliga-Hauptrunde. Jana hatte Verständnis für Spandauw: "Er hat ja Recht, das sehe ich ja selbst, auch wenn ich nicht alle Saarlouiser Spiel-Systeme kenne", sagte Jana in der Halbzeit. "Die Saarlouiserinnen sind unkonzentriert und verteidigen nicht so gut wie sie es können." Auch die Lautstärke auf der Bank machte ihr nichts aus. "Mein Trainer in Trier ist doch genau so", meinte sie und schmunzelte. Und siehe da: In der zweiten Halbzeit wurde es besser, Spandauw ruhiger und die Royals siegten klar. "Hätten wir zur Halbzeit klar geführt, hätte ich Jana sogar die Halbzeitansprache halten lassen", verriet Spandauw hinterher. "Aber so ging das leider nicht." Trotzdem: Es war ein toller Nachmittag für Jana Basten. Und einer, der sie weiter von der Bundesliga träumen lässt. "Das ist doch das Ziel jedes Basketballers. Einmal Bundesliga spielen." Vielleicht in Saarlouis? "Oh Gott, das wäre einfach nur großartig." Die Kabine der Heim-Mannschaft kennt sie ja nun schon. spr