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Zwölf Stunden Flug für ein Treffen mit alten Kameraden

Wiedersehen ehemaliger Kameraden beim Tag der offenen Tür der Graf-Haeseler-Kaserne in Lebach: Joachim Schwarz, Wolfgang Eich, Walter Seyffardt, Helmut Lehnhard, Wolfgang Schirra und Rolf Wiegel (von links). Foto: Rolf Ruppenthal
Wiedersehen ehemaliger Kameraden beim Tag der offenen Tür der Graf-Haeseler-Kaserne in Lebach: Joachim Schwarz, Wolfgang Eich, Walter Seyffardt, Helmut Lehnhard, Wolfgang Schirra und Rolf Wiegel (von links). Foto: Rolf Ruppenthal
Lebach. Als die Zeitsoldaten Joachim Schwarz, Helmut Lehnhardt, Rolf Wiegel, Walter Seyffardt, Wolfgang Eich und Wolfgang Schirra im September 1970 nach zweijährigem Dienst in Lebach aus der Bundeswehr ausschieden, war dies kein Abschied wie die meisten anderen

Lebach. Als die Zeitsoldaten Joachim Schwarz, Helmut Lehnhardt, Rolf Wiegel, Walter Seyffardt, Wolfgang Eich und Wolfgang Schirra im September 1970 nach zweijährigem Dienst in Lebach aus der Bundeswehr ausschieden, war dies kein Abschied wie die meisten anderen. Üblicherweise zogen die Männer mit Strohhut, einem Bänderstock und viel Lärm durch die Gassen, tranken etwas viel Bier und verschwendeten in der Folge eher selten Gedanken und Gefühle an die Zeit beim Bund. Schwarz und Co., die 1969 aus Zweibrücken nach Lebach verlagert worden waren und in der Theelstadt zum Stammpersonal der damaligen Ausbildungskompanie 9/9 gehörten, verband allerdings von Anfang an eine innige Kameradschaft - "wie Pech und Schwefel", heißt es ja bei den Fallschirmjägern. Sie waren, in den Zeiten des Kalten Krieges, zwar nicht begeistert vom "Bund", aber sie engagierten sich trotzdem tapfer und wuchsen mit ihren Aufgaben zusammen. Ihren Fortgang würdigten sie deshalb angemessen mit einem feierlichen Abend im damaligen Hotel Scherer. Diese Entlassungsfeier mit Musikgruppe und Ansprachen war solch ein Ereignis, dass sogar die Kommandantur und die Zeitung davon Notiz nahmen. Auch in der Folge trafen sich die Ehemaligen regelmäßig, zunächst jedes Jahr, später alle fünf Jahre, meist mit den Frauen, die früher die Freundinnen gewesen waren und sich bemerkenswerterweise ebenso gut verstanden wie die Männer. Am vergangenen Samstag, an dem der Ausstand 40 Jahre her war, kam es selbstverständlich erneut zu einem Treffen. Nach Zweibrücken (25 Jahre) und Trier (35 Jahre) fand man sich diesmal in der Graf-Haeseler-Kaserne ein. Beim Tag der offenen Tür wurden die Kameraden sogar vom Kommandeur empfangen. Wobei besonders hevorzuheben war, dass Rolf Wiegel, den es als Bankier nach Brasilien verschlug, eigens eine zwölfstündige Flugreise aus Sao Paulo auf sich genommen hatte, um mit den Freunden auf den Spuren der Vergangenheit zu wandern. Lehnhardt kam aus dem Westerwald, Schwarz und Seyffardt leben in Saarlouis, Schirra in Schwalbach und Eich in St. Ingbert. Wieder wurde gefeiert, da das Hotel Scherer aber nicht mehr steht, kam man im Eppelborner Hof zusammen. wp