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Reaktionen auf Unterrichtsausfall
Zwei Fraktionen wollen Grundschulen entlasten

Die Grundschule Ost in Saarbrücken musste ihre Projektwoche und das Schulfest absagen.
Die Grundschule Ost in Saarbrücken musste ihre Projektwoche und das Schulfest absagen. FOTO: BeckerBredel
Saarbrücken. Die CDU fordert weniger Dokumentationspflichten, die Linke will die Stellenzahl bei der Lehrerfeuerwehr erhöhen.

Angesichts des hohen Unterrichtsausfalls an mehreren Grundschulen (wir berichteten) hat sich die CDU-Landtagsfraktion für Sofortmaßnahmen zur Entlastung ausgesprochen. „Die Grundschulen stehen ebenso wie die Gemeinschaftsschulen vor zunehmend größeren Herausforderungen. Die extreme Grippewelle hat die Situation deutlich verschärft“, sagte der bildungspolitische Sprecher Frank Wagner. Zwar habe die CDU/SPD-Landesregierung durch die Absenkung der Unterrichtsverpflichtung und die Aussetzung der reduzierten Eingangsbesoldung erste Schritte eingeleitet, doch weitere Maßnahmen seien notwendig. „Mit der Absenkung der Dokumentationspflichten und den Begleitklassen für soziale Entwicklung könnten wir schnelle Abhilfe schaffen“, sagte Wagner. Angesichts des Mangels an Grundschullehrern müsse geprüft werden, ob die Anzahl der Studienplätze erhöht werden müsse.


Die Linksfraktion forderte eine deutliche Stellen-Aufstockung bei der „Lehrerfeuerwehr“ und mehr Personal an den Schulen. „Die Eltern beschweren sich völlig zu Recht, dass an zwei Grundschulen der Lehrstoff nicht mehr wie im Lehrplan vorgesehen erfüllt werden kann und Veranstaltungen wie Projektwochen und Schulfeste abgesagt werden müssen. Die Grippewelle ist hierfür allein keine Entschuldigung, sondern offenbart das strukturelle Problem an unseren Schulen, nämlich den Personalmangel“, sagte die bildungspolitische Sprecherin Barbara Spaniol. Es komme öfter vor, dass Lehrerinnen und Lehrer aufgrund von Schwangerschaft, Unfällen oder Krankheit länger ausfielen. Es brauche ausreichend Lehrer, die bei Bedarf einsprängen. „Der Bildungsminister darf diesen strukturellen Mangel nicht länger schönreden, gerade angesichts der Vielzahl an Brandbriefen von Lehrerinnen und Lehrern sowie Eltern von Grund- und Gemeinschaftsschulen“, sagte sie.