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Zunehmend Zeitdruck und Stress in den Familien

Merzig-Wadern. Insgesamt 1001 Menschen hatten im vergangenen Jahr Kontakt zu dem Team der Lebensberatung in Merzig. Zusätzlich wurden 338 Menschen bei Veranstaltungen der Lebensberatung erreicht – Zahlen, die im Jahresbericht 2012 nachzulesen sind. mtn

Familien leiden zunehmend unter dem Mangel an Zeit füreinander: Diese Beobachtung hat die Lebensberatung Merzig des Bistums Trier gemacht. Im Jahresbericht 2012 betont das fünfköpfige Fachberatungsteam die hohe Bedeutung von Zeit für die Entwicklung von Beziehungen in den Familien.

Der Alltag von Familien sei sehr komplex geworden, als wichtigsten "Taktgeber" haben die Lebensberater die Arbeitswelt ausgemacht. Durch die gestiegenen Anforderungen im Beruf, oft lange Anfahrwege zur Arbeit und auch die Mehrfachbeschäftigungen werde die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erschwert.

Eine der Folgen: Der entstehende Zeitdruck und Stress prägten häufig die Beziehungen zwischen den Familienmitgliedern. Im Alltag bleibe den Eltern daher wenig Zeit, die Entwicklung ihrer Kinder so zu begleiten, wie es nötig wäre. Eine weitere Erfahrung der Lebensberater: Die knapper werdenden Zeitressourcen von Familien hätten auch direkte Auswirkungen auf die Nutzung von Beratungsangeboten. Angebote wie etwa ein Elterntraining könnten entweder gar nicht mehr oder nur punktuell wahrgenommen werden. Beratungstermine würden kurzfristig abgesagt oder verschoben. Das Beratungsteam stelle sich hier auf den Wandel ein und entwickle die Beratungsangebote und Zugangsmöglichkeiten bedarfsgerecht weiter. Beratung brauche aber weiter "Aufmerksamkeit, Anteilnahme, Zeit und Vertrauen in die Entwicklung bei Kindern und bei Erwachsenen". Insgesamt 1001 Menschen hatten im vergangenen Jahr Kontakt zum Lebensberatungsteam unter Leitung von Diplom-Sozialpädagoge Bruno Heinz in Merzig. Zusätzlich wurden 338 Menschen bei Veranstaltungen der Lebensberatung erreicht. 274 Kinder und Jugendliche kamen in die Beratungsgespräche. Sie wurden von 326 weiteren Menschen wie Eltern oder Lehrkräften begleitet.

Die wichtigsten Symptome bei den unter 18-Jährigen waren Ängste, Entwicklungsauffälligkeiten, Selbstwertmangel, Leistungsstörungen und psychosomatische Probleme. Bei den 306 beratenen Erwachsenen waren die wichtigsten Themen Kommunikationsprobleme, Differenzen bei Werten, Krankheit und Tod, Trennungsabsichten und belastende Beziehungen in der Familie. Die durchschnittliche Dauer einer abgeschlossenen Beratung lag bei 6,1 Stunden.

Rund 325 000 Euro kostete das - für Ratsuchende kostenfreie - Angebot im vergangenen Jahr. Finanziert wurde diese Summe zu 53,9 Prozent vom Bistum Trier und zu 46,1 Prozent vom Kreis Merzig-Wadern.

Beratung in der Trierer Straße 20 in Merzig, Tel. (0 68 61) 35 49 oder (0 68 61) 7 48 47.