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| 21:09 Uhr

Zeitreise in Schwarzenacker

Immer wieder eine Attraktion beim Tag der offenen Tür im Römermuseum ist der Schmied bei der Arbeit. Fotos: SZ/Veranstalter
Immer wieder eine Attraktion beim Tag der offenen Tür im Römermuseum ist der Schmied bei der Arbeit. Fotos: SZ/Veranstalter
Homburg. Es ist schon ein reizvoller Gedanke: Geschichte nicht aus Büchern kennenlernen, sondern einfach einige Jahrhunderte zurückreisen und dann live mitzuerleben, wie es da so zuging. Das ist leider nicht möglich, aber das, was am Wochenende im Römermuseum in Schwarzenacker geboten wird, kommt dem schon ziemlich nahe Von SZ-Redakteurin Ulrike Stumm

Homburg. Es ist schon ein reizvoller Gedanke: Geschichte nicht aus Büchern kennenlernen, sondern einfach einige Jahrhunderte zurückreisen und dann live mitzuerleben, wie es da so zuging. Das ist leider nicht möglich, aber das, was am Wochenende im Römermuseum in Schwarzenacker geboten wird, kommt dem schon ziemlich nahe. Alljährlich strömen - wenn das Wetter mitspielt - Tausende ins Freilichtmuseum, um dabei zu sein, wenn dem einstigen gallo-römischen Dorf wieder Leben eingehaucht wird. Mit etwa 3000 Besuchern rechnet Museumsleiter Klaus Kell, etwa so viele wie im vergangenen Jahr, am Samstag und Sonntag, 9. und 10. Mai. Die können sich wieder auf viel römische Geschichte zum Anfassen freuen. Jede Menge historisches Personal ist unterwegs. Teilweise kommen die Darsteller von weit her. Manche reisten 400 Kilometer weit an, berichtet Kell. Was beweise: "Unsere Veranstaltung hat einen hohen Stellenwert." Auf die Besucher warten also echte Profis, die zugleich Ansprechpartner seien und so zusätzlich Informationen vermitteln könnten, erläutert der Museumschef das Konzept. Die heutigen Zeitreisenden - und unter ihnen vor allem die Kinder - können also Händler und Handwerker, wie Töpfer und Schmied, erleben, ebenso wie Soldaten, Haussklaven und einen Arzt. Diese seien Spezialisten auf ihren Gebieten und für die Produkte, die sie herstellen, betont er. Medizin sei zum Beispiel eines der wichtigen Themen. Denn es sei interessant zu sehen, was in römischer Zeit bereits bekannt gewesen sei. Knochenbrüche wurden behandelt, Babys per Kaiserschnitt auf die Welt gebracht und Pinzette, Schere, Messer, Nadel und Faden kamen zum Einsatz. Auch um Mode wird es gehen, um Salben und Parfüms. Und wie immer lockt das Essen die modernen Römerfans. "Am bekanntesten sind unsere römischen Würstchen", sagt Kell. Aber auch Würzwein soll es geben, genauso wie verschiedene Süßspeisen, zum Beispiel ein Birnenmus mit Honig, Pfeffer und Kümmel. Teilweise seien die Speisen ein bisschen ungewohnt für die heutigen Gaumen, gesteht Kell. Allerdings: Da es im Kochbuch des Apicius, das die Grundlage bildet, ohnehin keine Mengenangaben gebe, schmeckten die Kollegen die Rezepte vorher ab. Neben der Geschichte zum Anfassen gibt's Führungen und Vorträge, etwa zur römischen Architektur und Kunst. Auch hier wartet das Museum wieder mit etwas Besonderem auf. Was zierte einst die Wände in Schwarzenacker? Unter anderem dieser Frage geht Rüdiger Gogräfe aus Mainz nach. Denn man habe, so Kell, Fragmente gefunden, Bild-Beischriften und Bildreste selbst, die auf kretische Sagen hinwiesen: die von Dädalus und Ikarus, der mit seinen selbst gefertigten Flügeln ins Meer stürzte, als er der Sonne zu nah kam, und die vom legendären Minotaurus, halb Mensch, halb Stier, der im Labyrinth gefangen war. Um Kunst geht es aber auch praktisch: Frank Schneider, Kunsthistoriker, Archäologe und Bildhauer, zeigt, wie damals aus Ton ein Porträt geformt wurde.

HintergrundDas Römermuseum in Schwarzenacker, Homburger Straße 38, öffnet seine Tore am Samstag, 9. Mai, von zwölf bis 18 Uhr und am Sonntag, 10. Mai, von zehn bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei. Das Museum selbst ist an beiden Tagen bereits ab neun Uhr geöffnet. Die genauen Termine für Führungen und Vorträge werden vor Ort bekanntgegeben.ust