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Das sind die schönsten Strecken
Zehn Wanderungen durch das Saarland

Einer der zehn schönsten Wanderwege des Saarlandes startet in Nalbach und führt auf einem Rundweg zum Litermont-Gipfel.
Einer der zehn schönsten Wanderwege des Saarlandes startet in Nalbach und führt auf einem Rundweg zum Litermont-Gipfel. FOTO: Robby Lorenz
Saarbrücken. Wenn Sonnenschein angesagt ist und das Wochenende vor der Tür steht, schnüren viele gerne die Wanderstiefel. Im Saarland lohnt sich das ganz besonders, hier gibt es viele schöne Wanderwege. Streuobstwiesen mit herrlichen Ausblicken, moosbedeckte Wälder, bizarre Felsformationen und historische Kulturstätten – 68 Wanderwege im Saarland hat das Deutsche Wanderinstitut als Premiumwege ausgezeichnet. Von Paula Ruschin

Dabei trifft der Wanderer auf saarländische Wahrzeichen wie die Saarschleife oder die Homburger Schlossberghöhlen. Wer will, erfährt hier einiges über die Geschichte der Region. Die Wege führen zum Beispiel an Burgruinen vorbei, Relikte aus der Zeit der Kelten und historische Grenzsteine.


Hier die zehn schönsten und abwechslungsreichsten Wanderungen im Saarland:



1. Traumschleife Felsenweg

Startpunkt: Kirche in Losheim-Waldhölzbach; Länge: 14,2 km; Dauer: 5 Std.; Schwierigkeit: mittel; Parkplatz: am Bürgerhaus Waldhölzbach

Der Losheimer Felsenweg lässt keine Wünsche offen: idyllische Weiher, rauschende Bäche, schroffe Felsformationen, verwunschene Waldpfade und Streuobstwiesen mit einer zauberhaften Aussicht. Die Strecke hat auch kulturell einiges zu bieten. Unterwegs kann man das Fundament einer Römerburg und alte Grenzsteine der Saarregion-Grenze entdecken. Eine sehr abwechslungsreiche Wanderung. Kein Wunder, dass die Stecke vom Deutschen Wanderinstitut mit 95 von 100 Erlebnispunkten ausgezeichnet wurde und somit zu Deutschlands schönsten Wanderwegen gehört.

Unterwegs müssen mehrere Bäche mittels Trittsteinen überquert werden. Bei hohem Wasserstand, also nach längeren Regentagen oder nach der Schneeschmelze, kann das Überqueren Schwierigkeiten bereiten. Der Weg bietet außerdem mehrere Einkehrmöglichkeiten, die zur Rast einladen. Start- und Endpunkt der etwa fünfstündigen Tour ist die Kirche in Waldhölzbach.

2. Schlossbergtour

Startpunkt: An der Hohenburg in Homburg; Länge: 14,6 km; Dauer: 5 Std.; Schwierigkeit: mittel; Parkplatz: ebenfalls an der Hohenburg

Die 13,6 km lange Schlossbergtour beginnt am großen Holzkreuz an den Ruinen der Hohenburg in Homburg. Der Weg führt zunächst an den stumpfen Gipfel, eine keltische Kulturstätte. Sie soll eine Opferstelle gewesen sein. Später wandert man an den Ruinen des Schloss Karlsberg vorbei, das vor etwa 200 Jahren während der französischen Revolution zerstört wurde. Die Orangerie, in der exotische Zitrusfrüchte angebaut wurden oder die Bärenzwinger, damals große Käfige in denen höchstwahrscheinlich Vögel gehalten wurden, sind Relikte des Schlossparks. Nach ca. fünf Stunden kehrt man wieder zur Hohenburg zurück.

Tipp: Die Homburger Schlossberghöhlen sind die größten Bundsandsteinhöhlen Europas und können vor oder nach der Wanderung besucht werden. Öffnungszeiten und Preise gibt es hier: www.homburger-schlossberghoehlen.de

3. Litermont-Gipfel-Tour

Startpunkt: Infotafel beim Monti-Wanderer am Waldparkplatz in Nalbach; Länge: 8,9 km; Dauer: 3:30 Std.; Schwierigkeit: mittel; Parkplatz: Maldix-Waldparkplatz Etzelbachstraße in Nalbach

Die Litermont-Gipfel-Tour wurde zum Wanderweg des Jahres 2007 gekürt. Ein Highlight des Rundgangs ist das Froschparadies. Ein geschütztes Biotop, das auf einem schmalen Holzsteg durchwandert wird – im Hintergrund das Konzert der Frösche, Lurche und Kröten. Ansonsten hat die Strecke viel Abwechslung zu bieten, von dichten Wald zu Streuobstwiesen und der wundervollen Aussicht auf dem Litermont Gipfel über weite Teile des Saarlandes.

Beim Besteigen des Gipfels kann man zwischen einer leichten und einer schwierigen Variante wählen. Parken kann man in der Nähe des Startpunkts auf dem Waldparkplatz Etzelbachstraße in Nalbach. Die Tour dauert etwa dreieinhalb Stunden und ist 8,9 km lang.

4. Saarschleife Tafeltour

Startpunkt: Pfarrkirche St. Lutwinus in Mettlach; Länge: 15,8 km; Dauer: 5:30 Std.; Schwierigkeit: schwer; Parkplatz: Wanderparkplatz oberhalb des Rathauses in Mettlach

Die Saarschleife gehört zu den Wahrzeichen des Saarlandes. Hier führt die anspruchsvolle Tafeltour mit malerischen Ausblicken ins Saartal vorbei. An der Pfarrkirche St. Lutwinus in Mettlach beginnt der 15,8 km lange Weg. Unterwegs kann man in die Burg Montclair einkehren, die damals im Mittelalter als uneinnehmbar galt. Ein Highlight der Tour ist die Überfahrt mit der einzigen Fähre des Saarlandes. Die „Welles“ bringt einen für 2 Euro sicher auf die andere Uferseite. Vom Aussichtspunkt Cloef kann man das allseits bekannte Panorama auf die Flussschleife genießen.

Unbedingt die Öffnungszeiten der Fähre „Welles“ und der Burg Montclair beachten. Am Cloef befindet sich der Baumwipfelpfad mit einem Aussichtsturm, auf dem man den besten Ausblick auf die Saarschleife hat. www.baumwipfelpfad-saarschleife.de

5. Kirkeler Tafeltour

Startpunkt: Naturfreundehaus Limbacher Weg in Kirkel; Länge: 8,7 km; Dauer: 2:15 Std.; Schwierigkeit: mittel; Parkplatz: ebenfalls am Naturfreundehaus

Die Wanderung besticht durch ihre imposanten Bundsandsteinbänke und den Blick auf die Kirkeler Burg. Unterwegs passiert man den Waldlehrpfad „Waldklassenzimmer“, der über die Beschaffenheit des Gesteins aufklärt und eine keltische Kulturstätte. Der Weg führt auf schmalen Pfaden durch Waldgebiet und spendet auch an sonnigen Tagen genug Schatten.

Der Ausgangspunkt des 8,7 km langem Weg ist das Naturfreundehaus, zu dem man nach ca. zwei Stunden wieder zurückkehrt. Nicht verpassen sollte man einen Besuch der Kirkeler Burg. Der Eintritt ist frei und vom Turm aus hat man einen schönen Ausblick.

6. Traumschleife Almglück

Startpunkt: Wanderparkplatz an der Harteichhütte in Wadern-Wadrill im Norden des Saarlandes; Länge: 6,7 km; Dauer: 1:45 Std.; Schwierigkeit: leicht; Parkplatz: auf dem Wanderparkplatz

Die erste Etappe dieser Tour führt durch einen Wald, an Bachläufen entlang. Danach führt der Weg zur Hochwaldalm Wadrill, die einzige Alm im Saarland. Auf der Weide kann man Pferde und Rinder beim Grasen beobachten. Kleiner Tipp: Wenn man einen kleinen Umweg von 2 km in Kauf nimmt, kann man die Burgruine Grimburg besichtigen. Die Burg wurde im 12. Jhd. gebaut und kann in den Sommermonaten täglich und kostenlos besichtigt werden.

Die 6,7 km lange Tour ist bestens für Familien mit Kindern und Anfänger geeignet. Hier sollten knapp 2 Stunden eingeplant werden.

7. Urwald-Tour in Saarbrücken

Startpunkt: Scheune Neuhaus in Saarbrücken; Länge: 8,2 km; Dauer: 3 Std.; Schwierigkeit: mittel; Parkplatz: Waldparkplatz an der Scheune Neuhaus

Das Naturschutzgebiet „Urwald vor den Toren der Stadt“, liegt nur wenige Kilometer von der Landeshauptstadt entfernt. Der Urwald zeichnet sich unter anderem durch den Verzicht auf Forstwirtschaft aus. Somit unterscheidet sich der Wald von den herkömmlichen Waldgebieten Deutschlands. Das Highlight hier ist die Natur, die sich selbst überlassen ist. Man kann den überwucherten Wald mit viel Totholz, zahlreichen Flechten, Moosen und Pilzen und seinen morastigen Waldauen bestaunen.

Abenteuerlich kann es bei einer Wanderung auf diesem Weg werden, wenn entwurzelte Bäume den Weg versperren. Dann ist Klettern angesagt. Unterwegs kann man in das Naturfreundehaus Kirschheck einkehren.

Start- und Endpunkt für die 8,2 km und drei Stunden lange Rundtour ist die Scheune Neuhaus in Saarbrücken. Es gibt noch eine zweite Tour durch den Urwald. Den so genannten „Wilden Netzbachpfad“. Der Startpunkt hierfür ist ebenfalls die Scheune Neuhaus

8. Traumschleife Dollbergschleife

Startpunkt: Köhlerhütte in Neuhütten bei Otzenhausen; Länge: 11,2 km; Dauer: 4 Std.; Schwierigkeit: mittel; Parkplatz: ebenfalls an der Köhlerhütte

Der Ringwall von Otzenhausen ist das Relikt einer im ersten Jahrhundert v.Chr. erbauten Befestigung zum Schutz einer keltischen Ortschaft. Auf der 11,2 km langen Wanderung kann man die bis zu 10 m hohen Wände besichtigen. Die zweite historische Sehenswürdigkeit ist der „Züscher Hammer“, ein Hammerwerk, in dem einst Eisen geschmiedet wurde. Außerdem passiert man die Primstalsperre und den Kamm des Dollbergs, den mit 695 m höchsten Berg des Saarlandes. Nach etwa vier Stunden kehrt man zurück zum Ausgangpunkt an der Köhlerhütte in Neuhütten.

9. Traumschleife Schluchtenpfad

Startpunkt: Dorfplatz in Losheim-Rissenthal; Länge: 10,8 km; Dauer: 4:30 Std.; Schwierigkeit: mittelschwer; Parkplatz: auf dem Dorfplatz

Wer es richtig wissen will, sollte sich auf den Schluchtenpfad wagen. Mit rund 410 Höhenmetern und seinem hohen Pfadanteil gilt er als anspruchsvoll. Zwar hat die Tour ebenfalls Obstwiesen und mit Moos überdeckte Lianenwälder zu bieten, dennoch sind die Schluchten das unumstrittene Highlight. Insgesamt fünf „Gräten“, wie sie hier genannt werden, passiert man auf dem Weg.

Die Strecke ist insgesamt 10,8 km lang, für die man etwa viereinhalb Stunden einplanen sollte. Startpunkt der Wanderung ist der Dorfplatz in Losheim-Rissenthal. Auch hier kann nach anhaltenden Regentagen der Wasserstand der Bäche in den Schluchten so steigen, dass der Weg nicht passierbar ist.

10. Traumschleife Steinhauerweg

Startpunkt: Waldfestplatz in Losheim-Britten; Länge: 10,3 km; Dauer: 4 Std.; Schwierigkeit: mittel; Parkplatz: Waldparkplatz in Britten (Straße „Zum Festplatz“ in Losheim am See)

Auch auf diesem Pfad kann man ein Stück saarländischer Kulturgeschichte kennenlernen. Die Britten, heute ein Ortsteil von Losheim am See, lebten im 17. und 18 Jhd. hauptsächlich vom „Stein“. Auf dem Steinhauerweg befinden sich zahlreiche Wegkreuze, die die Steinmetze aus Britten damals errichtet haben. Aufgestellt wurden sie, wenn Menschen zu dieser Zeit schwere Schicksalsschläge erlitten haben oder auf wundersame Weise gerettet wurden. Informationstafel klären über die Ereignisse auf. Zwei verlassene Steinbrüche erinnern ebenfalls an diese Epoche. Des Weiteren wandert man an der damaligen Deutsch-Saar-Grenze entlang und kann die historischen Grenzsteine betrachten.

Die Rundwanderung ist 10,3 km lang, für die man etwa vier Stunden einplanen sollte. Sie startet am Waldfestplatz in Britten.