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Zehn Minuten Neunkirchen de luxe

Neunkirchen. "Das Dutzend ist voll." Mit diesem Satz eröffnete Friedrich Decker als Stadtoberhaupt zum letzten Mal einen Neunkircher Abend. Das Ende seiner Amtsperiode sollte später noch gebührlich von den Welljerholz Mundart-Comedians kommentiert werden.Doch zunächst hieß es im bis auf den letzten Platz besetzten Saal des Bürgerhauses: "Film ab" Von SZ-Mitarbeiterin Anja Kernig

Neunkirchen. "Das Dutzend ist voll." Mit diesem Satz eröffnete Friedrich Decker als Stadtoberhaupt zum letzten Mal einen Neunkircher Abend. Das Ende seiner Amtsperiode sollte später noch gebührlich von den Welljerholz Mundart-Comedians kommentiert werden.Doch zunächst hieß es im bis auf den letzten Platz besetzten Saal des Bürgerhauses: "Film ab". Erst vor wenigen Tagen fertiggestellt, feierte der neue Neunkircher Stadtfilm seine Weltpremiere. Ein ganzes Jahr waren Matthias Schilhab und seine Kollegen von der Schiffweiler Film- und Fernseh-Produktionsfirma concepTV in der Kreisstadt mit der Kamera unterwegs gewesen - oft auch am Straßenrand. Was viele Autofahrer als Radarfallen interpretierten, vor denen prompt im Radio gewarnt wurde, amüsierte sich Schilhab im Interview mit dem städtischen Pressesprecher Markus Müller.Die gut zehn Minuten Film sind vollgepackt mit kurzen, heutigen Sehgewohnheiten entsprechenden Szenen aus allen relevanten Bereichen. Ob Wirtschaftskraft, Kulturleben, Freizeit- und Erholungswert - mit ansprechenden Bildern setzt concepTV die Stadt ins rechte Licht. "Schön", "toll" und "im Film sieht das alles so gut aus", war im Saal zu hören, als das Licht wieder an ging. "Alle Facetten wurden hervorragend rüber gebracht", lobte Bürgermeister Jürgen Fried das zur Imageförderung in Auftrag gegeben Werk. Was ihm noch gefiel: "Der Film ist wenig vergangenheitsbetont und es kommen viele Menschen vor." Schilhab revanchierte sich mit einem Kompliment für die "kurzen Wege" in Neunkirchen: "An einem sonnigen Tag mit Schäfchenwolken kam mir spontan der Einfall, vom Gasometer runter zu filmen. Eine Viertelstunde später hatten wir die Genehmigung." Erleichtert sei er damals gewesen, dort einen Fahrstuhl vorzufinden. Ganz komplett ist der Film übrigens noch nicht. Einige Sequenzen vom Kombibad Lakai werden sofort nach Fertigstellung nachgedreht. Klar, dass auch Welljerholz ihren Senf zum neuen Imagefilm geben mussten: "Das blaue Auto mit Saarbrücker Nummer, das geht nicht, das müsst ihr rausschneiden", witzelte Claus-Peter Zewe. Dann widmete er sich ausgiebig Spekulationen über das Dasein eines "OB i.R. Dehemmner", dessen Wert dank Abwrackprämie bei zirka 16 000 Euro liegen müsse. Nach Hüttenberg-Blues, Maggi-Reggae und dem unverzichtbaren Heinitzer Sonnenuntergang wurde es etwas globaler. Kehrten doch mit Charlotte und Jürgen Wendling zwei Weltstars in ihre Heimatstadt zurück. Souverän und mitreißend stellte das Trompeten-Duo seine Vielseitigkeit unter Beweis. Großartig, wie Wendling á la Sinatra "Verdammt in alle Ewigkeit" auf dem Mundstück blies. Zu hören waren neben Oldies (wie "Pretty Woman") und Klassik ("Carmen") auch Rocktitel von Queen. Hoch motiviert mischten sich die Geschwister trompetend unters Publikum, das am Schluss stehend applaudierte.


HintergrundVier Verwendungszwecke für den neuen Stadtfilm benannte Jürgen Fried. So soll bald eine Kurzversion auf der Homepage der Kreisstadt Neunkirchen öffentlich zugänglich sein. Besuchergruppen wird der Streifen vorgespielt. Zum Dritten kommt er im Ansiedlungsmarketing zum Einsatz: Unternehmen, die sich mit dem Gedanken tragen, in Neunkirchen Fuß zu fassen, soll der Film zugeschickt werden. Schließlich ist eine Version auf CD geplant. Gegen eine geringe Schutzgebühr kann diese erworben werben. nig