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Yes, die Flemm

Yes, we can - Ja, wir können's - sollen sie uns signalisieren, die unzähligen Plakate mit diesen hoffnungsfroh in die Zukunft lächelnden Gesichtern. Mit diesen Wahl-Gesichtern, die Aufbruch verheißen

Yes, we can - Ja, wir können's - sollen sie uns signalisieren, die unzähligen Plakate mit diesen hoffnungsfroh in die Zukunft lächelnden Gesichtern. Mit diesen Wahl-Gesichtern, die Aufbruch verheißen. Aufbruch in eine glanzvolle Zukunft mit all den versprochenen Kita-Ganztagsplätzen, von Lärm befreiten und sauberen Innenstädten, mit Bildung für alle, die heute noch dumpf mit dem Daumen die TV-Fernbedienung traktieren, mit hingebungsvollem Einsatz für die Armen nach Art des Robin Hood, steuerlicher Entlastung des Mittelstandes und so fort. "Yes, die Flemm" - könnte man den heimlichen Gegenentwurf der Wahlberechtigten nennen, deren Aufmerksamkeit die Plakate gelten. Weil sie genervt sind, sie nicht mehr sehen können, diese tausendfach lächelnden Gesichter. Weil man kaum mehr an einer Laterne, an einem Baum vorbei kommt, ohne die Kandidaten der Kommunalwahl zu besichtigen. Mitterweile jedoch scheinen sie sich gegenseitig zu entsorgen. So klagte diese Woche die Linkspartei in Sulzbach darüber, dass ihr Oskar auf einer Plakatwand von der Konkurrenz überklebt worden sei. Einfach so, ist einer anderen Fraktion der Oskar gewissermaßen auf den Leim gegangen. Besichtigen kann man derweil auch etliche Plakate, die abgerissen wurden und seither durchnässt unter Bäumen campieren. Soviel zum Thema Sauberkeit in der Stadt. Ich denke, jeder ist froh, wenn nach dem 7. Juni das viele Papier aus unserem Blickfeld verschwindet. Lächeln können wir auch selber. Trotz Flemm.